Geplante LKW-Allianz
Aktionärsschützer kritisieren Piech

Ferdinand Piëch wurde für seine geplanten LKW-Allianz auf der Hauptversammlung in München harsch kritisiert. Aktionärsschützer fürchten um die Eingeständigkeit von MAN, die mit der VW-Tochter Scania kooperieren soll.
  • 0

MünchenAktionärsschützer haben die Politik von VW- und MAN-Chefaufseher Ferdinand Piëch bei der geplanten Lkw-Allianz zwischen MAN und der VW-Tochter Scania kritisiert. „Wir wissen jetzt, was VW will. VW will hier herrschen“, sagte Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) auf der Hauptversammlung in München. Allerdings habe sich mit dem überraschenden Rückzug der drei VW-Kandidaten für den MAN-Aufsichtsrat ein großer Teil der Kritik erledigt, sagte er. Die DSW unterstütze die neuen Kandidaten.

Die DSW hatte schon vor Wochen die Kandidatur von VW-Chef Martin Winterkorn, Nutzfahrzeugvorstand Jochem Heizmann und Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch scharf kritisiert, weil alle drei Manager auch im Aufsichtsrat von Scania sitzen. Auch die EU-Kommission hatte nach Angaben von VW Kritik geübt. Inhaltlich habe die DSW an den Plänen nichts auszusetzen. „Wir haben nichts gegen eine Kooperation von Scania und MAN unter dem großen Dach des VW-Konzerns.“ Allerdings dürfe MAN nicht untergebuttert werden.

Die Fondsgesellschaft Union Investment hingegen sieht auch nach dem Rückzug der VW-Kandidaten keinen Grund, von ihrer Kritik abzuweichen: „Wir werden den kompletten Aufsichtsrat nicht entlasten“, sagte Union-Vertreter Ingo Speich. Die Interessenkonflikte seien zu groß. Piëch müsse als Chefaufseher von MAN abtreten. Er könne nicht die Interessen von VW und MAN zugleich vertreten. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse auf der Hauptversammlung dürfte dieses Ansinnen aber kaum eine Chance haben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Geplante LKW-Allianz: Aktionärsschützer kritisieren Piech"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%