Geplante Trasse in München wird zum Schlüsselprojekt
Unternehmen erwägen Magnetbahn-Ausstieg

Die deutsche Magnetbahntechnologie steht möglicherweise vor einem Ausverkauf nach China. Sollte das Projekt einer Transrapid-Verbindung für den Flughafen München aus Finanzierungsgründen scheitern, wollen die Transrapid-Partner Thyssen-Krupp und Siemens aus der Magnetschwebetechnik aussteigen, wie das Handelsblatt erfuhr.

HB SCHANGHAI. Die deutsche Magnetbahntechnologie steht möglicherweise vor einem Ausverkauf nach China. Sollte das Projekt einer Transrapid-Verbindung für den Flughafen München aus Finanzierungsgründen scheitern, wollen die Transrapid-Partner Thyssen- Krupp und Siemens aus der Magnetschwebetechnik aussteigen.

Wie das Handelsblatt aus dem Industriekonsortium erfuhr, soll dann die Schlüsseltechnologie den Chinesen angeboten werden. Nach dem erfolgreichen Start der Transrapid-Verbindung in Schanghai, die bereits sechs Monate nach der Übergabe an die chinesische Betreibergesellschaft fahrplanmäßig eine nahezu hundertprozentige Zuverlässigkeit erreicht, besteht in der Volksrepublik hohes Interesse an einem umfassenden Technologie-Transfer.

Die Planungs- und Vermarktungsgesellschaft Transrapid International (TRI), an der das Magnetbahnkonsortium maßgeblich beteiligt ist, bestätigte die Ausstiegsabsichten. „Die auch aus Kostengründen erforderliche technologische Weiterentwicklung des Transrapids lässt sich nur durch Erprobungen im Alltagsbetrieb absichern“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. An die Betriebsdaten des Systems in Schanghai, das den internationalen Flughafen jede Viertelstunde über 38 Kilometer in sieben Minuten mit dem Finanzdistrikt Pudong verbindet, lässt der chinesische Betreiber die deutschen Transrapid-Ingenieure aber schon heute nicht mehr heran.

Die Verhandlungen des Konsortiums mit China über Anschlussaufträge geraten immer mehr zu einem Poker um Preise und Know-how- Transfer. Nur wenn die deutsche Industrie Entgegenkommen zeige, gebe es Chancen für weitere Projekte, sagte der ehemalige Chef der Schanghaier Transrapid-Projektgesellschaft, „Commander“ Wu Xiangming, vor deutschen Journalisten in Schanghai. Bei der ersten Strecke habe der Kilometer 30 Mill. Euro gekostet; angestrebt werde eine Halbierung. Bei TRI wird darauf verwiesen, dass 80 Prozent der Kosten den Fahrweg betreffen, den die Chinesen selbst gebaut haben.

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