Geplante Übernahme
BHP verspricht Rio-Aktionären Milliarden

Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton wirbt mit Milliarden-Versprechungen bei den Aktionären des Rivalen Rio Tinto um deren Zustimmung für eine Übernahme. Analysten gehen aber davon aus, dass das Ende der Fahnenstange damit noch nicht erreicht ist.

HB SYDNEY. Im Falle einer Fusion sollten 30 Mrd. Dollar per Aktienrückkauf an die Aktionäre ausgeschüttet werden, teilte der Konzern am Montag bei der Vorlage von Eckpunkten für sein Übernahmevorhaben mit. BHP will Rio für 140 Mrd. Dollar übernehmen. Das Rio-Management lehnt das Vorhaben aber ab und hat die gebotene Summe als zu niedrig bezeichnet.

Nach Angaben aus Kreisen will der BHP-Chef Marius Kloppers daher nun persönlich bei Rio-Großaktionären für sein Vorhaben werben. Der Druck auf das Rio-Tinto-Management dürfte damit wachsen. Gleichwohl gehen Analysten davon aus, dass BHP seine Offerte noch anheben muss, um Rio am Ende tatsächlich kaufen zu können.

Neben dem Programm zum Aktienrückkauf warb BHP auch mit Milliarden-Einsparungen für eine Übernahme. Ab dem siebten Jahr nach der Fusion könne die Allianz zu Kostenminderungen von 3,7 Mrd. Dollar pro Jahr führen, hieß es. Synergien gebe es unter anderem bei Eisenerz und Kohle.

Die in 25 Ländern tätige BHP erklärte zudem, sie gehe nicht davon aus, dass die Kartellbehörden extreme Hürden für eine Fusion aufstellen würden. Es könne aber etwa ein Jahr dauern, bis die notwendigen Fusions-Genehmigungen der Behörden vorlägen.

BHP versprach darüber hinaus, auch nach einer Fusion an einer "progressiven Dividenden-Politik“ festzuhalten. Aktionäre hatten zuvor die Sorge geäußert, eine kostspielige Rio-Übernahme könnte wenig Raum für künftige Dividenden-Zahlungen lassen.

Ein Sprecher von Rio Tinto sagte zu dem vorgelegten Eckpunkten, die Erklärung enthalte nichts Neues. BHP dementierte daneben einen Bericht, sie erwäge den Verkauf ihrer Öl- und Gassparte zur Finanzierung der Übernahme. BHPs Berater.

Goldman Sachs und Citigroup suchten in China nach Käufern der möglicherweise mehr als 29 Mrd. Euro teuren Tochter BHP Petroleum, hatte die "Sunday Times“ berichtet.

Die Zeitung "Financial Mail“ schrieb zudem, BHP überlege, ob es auch Bargeld für Rio bieten solle. Dafür verhandele BHP offenbar über einen Kredit in Höhe von rund 47 Mrd. Euro. In Kreisen hatte es geheißen, das Rio-Management stehe einem Kauf bei einem höheren Preis offen gegenüber, vor allem, falls auch Bargeld geboten werde. Bislang bietet BHP lediglich drei eigene Aktien pro Rio-Papier.

Ein Dementi zu dem Thema kam am Montag auch aus Asien. Die China Development Bank erklärte, man habe keine Anteile an Rio Tinto gekauft. Der "Sunday Telegraph“ hatte berichtet, die CDB habe etwa ein Prozent an Rio erworben. Dies sei ein Zeichen dafür, dass China in eine Übernahme eingreifen könne. China verbraucht fast die Hälfte des weltweit produzierten Eisenerzes. Eine fusionierte BHP/Rio hätte rund ein Viertel der weltweiten Eisenerz-Produktion in den Händen und könnte so den Druck auf Abnehmer und Lieferländer erhöhen.

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