Gerd Strehle
„Ein anderer Typ von Manager“

Gerd Strehle ist der Chef vom Modeunternehmen Strenesse. Im Interview spricht er über die Zukunft des Familienbetriebs.

Handelsblatt: Herr Strehle, im Juli vergangenen Jahres haben Sie den Vorstandsvorsitz der Strenesse AG an Fremdmanager Peter Kappler übergeben. Drei Monate später übernahmen Sie wieder. Was war das Problem?

Gerd Strehle: Ein Familienunternehmen wie wir nun mal eines sind ist stark von Persönlichkeiten geprägt. Meine Frau Gabriele Strehle zum Beispiel ist der kreative Kopf. Die Marke Strenesse atmet mit ihr. Diesen lebendigen Organismus muss ein familienfremder Manager bei der Übernahme erst einmal hinnehmen. Langfristig kann er ihn beeinflussen, kurzfristig muss er ihn akzeptieren. Wenn aber jetzt dieser Manager hingeht, im Aktiengesetzbuch nachliest, welche Rechte der Vorstand hat und welche Rechte alle anderen nunmehr nicht mehr haben, und sich dann von einen auf den anderen Tag strikt daran ausrichtet, dann führt das zu Auseinandersetzungen.

Haben Sie schon einen neuen Nachfolger im Auge?

Das ganze Hin und her ist noch zu frisch, als dass ich sofort wieder losrenne und suche. Zudem bin jetzt nicht mehr allein im Vorstand. Matthias Metzger-Boehringer ist mein Alter Ego. Während ich mit Vertrieb, Marketing und Kommunikation nach außen agiere, ist er das finanzielle Gewissen des Unternehmens.

Ihre Tochter managt die Läden von Strenesse. Ihr Sohn ist bei Daimler-Chrysler aktiv. Eigentlich ideale Kandidaten – was spricht gegen eine Familienfolge?

Nichts. Beide sind bei Strenesse herzlich willkommen. Ein Zwang zur Übernahme oder zum Einstieg besteht aber nicht. Die Nachfolge bei Strenesse ist völlig offen. Erst einmal mache aber jetzt ich weiter.

Die Fragen stellten Tanja Kewes und Martin Wocher.

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