Gerhard Wiedemann
IWKA wechselt erneut den Vorstandschef

Beim Karlsruher Maschinen- und Anlagenbauer IWKA kommt es zum dritten Führungswechsel innerhalb von weniger als zwei Jahren. Gerhard Wiedemann (60), der im IWKA-Vorstand für die Automobiltechnik verantwortlich ist, wird künftig auch den Vorstandsvorsitz übernehmen. Dies erfuhr das Handelsblatt exklusiv aus Unternehmenskreisen. Die Information wurde von mehreren voneinander unabhängigen Quellen bestätigt.

KARLSRUHE. Wiedemann ist seit April 2006 im IWKA-Vorstand und seit 2000 Geschäftsführer der KUKA Schweissanlagen Gruppe, der mit 940 Millionen Euro Umsatz (2005) größten Sparte der IWKA. Der Aufsichtsrat will die Berufung Wiedemanns am Freitag bei der außerordentlichen Sitzung des Kontrollmediums offiziell beschließen.

Der Vorstand der IWKA soll von vier auf drei Personen reduziert werden. Neben Wiedemann verbleiben nur noch der Chef der Robotersparte Bernd Liepert (44) und der Finanzchef Jürgen Koch (49) in der obersten Führungsebene. Ein IWKA-Sprecher wollte sich vor Freitag nicht äußern.

Der amtierende Vorstandsvorsitzende, Wolfgang-Dietrich Hein, wird am Freitag seinen Rücktritt zum Jahresende erklären. Sein Vertrag läuft noch bis Mai 2008, kann aber jährlich gekündigt werden. Die IWKA spart somit ein Jahresgehalt. Hein kam im September 2005 zur IWKA. Er wurde noch vom alten Aufsichtsrat unter Reinhard Engel eingesetzt und kollidierte von Anfang an mit dem Großaktionär Guy Wyser-Pratte. Der Amerikaner hält neun Prozent der IWKA-Anteile und riet Hein, er solle das Amt nicht antreten. Doch Hein schlug die Warnung aus.

Die geschassten Manager bleiben auf der Gehaltsliste

Mit Hein, seinem Vorgänger Hans Fahr, sowie Hans Lampert, Gunther Reinhart und Dieter Schäfer hat die IWKA nun innerhalb von weniger als zwei Jahren fünf Vorstände zerschlissen. Auf der Gehaltsliste bleiben die geschassten Manager trotzdem. Der Vertrag von Lampert läuft noch bis Februar 2007, Schäfer wird bis Dezember 2008 bezahlt und Fahr sogar bis Mai 2009. Laut Geschäftsbericht 2005 hat die IWKA 3,4 Millionen für ausgeschiedene Manager zurück gestellt.

Die Berufung von Wiedemann zum Vorstandschef gilt unter Insidern der IWKA als Niederlage des Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf Bartke. Dieser hatte in den vergangenen Wochen einen Headhunter eingesetzt, um einen Nachfolger für Hein zu suchen. Weil Bartke jedoch versäumte, die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat zu informieren, ließen die Gewerkschaft und die Betriebsräte seinen Kandidaten vor zwei Wochen abblitzen. Es soll sich um einen Manager aus dem Daimler-Chrysler Umfeld handeln.

Wiedemann dagegen ist der Favorit der Arbeitnehmer. Diese hatten den studierten Maschinenbauer, der seit 1977 bei dem IWKA arbeitet, schon im Sommer 2005 als Nachfolger von Hans Fahr vorgeschlagen. Bartke wollte den Vorgang gegenüber dem Handelsblatt nicht kommentieren.

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