Gericht entscheidet gegen Gebauer
Huber fordert Ende des Machtkampfs bei Volkswagen

Im Streit über den Kurs von Europas größtem Autokonzern Volkswagen hat die IG Metall den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) aufgefordert, das Kriegsbeil zu begraben. „Ich kann dem Land nur empfehlen, im Aufsichtsrat einen Konsens zu unterstützen, der Unternehmen und VW-Beschäftigten dient“, sagte IG-Metall-Vizechef Berthold Huber dem Handelsblatt.

dc/fo/hz FRANKFURT. Bereits seit Wochen ringen Wulff und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch um Einfluss und Macht im Unternehmen. Zuletzt hatte Piëch mit der Berufung des aus der IG Metall stammenden Audi-Managers Horst Neumann zum neuen VW-Arbeitsdirektor Wulff brüskiert. Wegen dieser Entscheidung kündigte auch der frühere Chef von Thyssen-Krupp, Gerhard Cromme, seinen Rückzug aus dem VW-Kontrollgremium an.

Huber bedauerte Crommes Entscheidung ausdrücklich. Der Spitzengewerkschafter versicherte, das Engagement der IG Metall bei VW sei „immer auf Beschäftigungssicherung ausgerichtet“. Dieses Interesse sollte auch Niedersachsen mit VW als größtem Arbeitgeber im Lande haben. Wulff vertritt den Anteil von 18,2 Prozent des Landes im VW-Kontrollgremium. Seit kurzem ist Porsche mit 18,5 Prozent größter VW-Anteilseigner.

Insgesamt zeigte sich Huber bemüht, den mit Neumanns Berufung zum Arbeitsdirektor eskalierten Konflikt bei VW einzudämmen. Zuvor hatte schon VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh Vorstand und Aufsichtsrat des Autokonzerns zur Geschlossenheit aufgerufen. Angesichts der Herausforderungen, vor denen VW stehe, dürfe sich niemand „unprofessionelle Animositäten persönlicher Natur“ leisten.

In der den Autokonzern ebenfalls belastenden Schmiergeldaffäre verbuchte VW gestern einen Erfolg. Das Arbeitsgericht Braunschweig wies eine Kündigungsschutzklage des entlassenen Ex-Personalmanagers Klaus-Joachim Gebauer ab. Gebauer konnte nach Auffassung des Gerichts nicht widerlegen, dass er sich auf Kosten von VW persönlich bereichert hatte. Gebauers Anwalt, Wolfgang Kubicki, kündigte an, in Berufung zu gehen.

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