Gericht
Insolvenzantrag von MZ ist mangelhaft

MZ schon wieder vor dem Ende: Nun muss der traditionsreiche Motorradhersteller aus dem Erzgebirge auch beim Insolvenzantrag nachsitzen. Die Zukunft der 49 Mitarbeiter ist immer noch ungewiss.
  • 11

HohndorfDas Chemnitzer Amtsgericht wird über den Insolvenzantrag der Motorenwerke Zschopau (MZ) vorerst nicht entscheiden. „Wir halten ihn in formeller Hinsicht für ergänzungsbedürftig“, sagte Gerichtssprecher Marcus Gnad der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Das Unternehmen sei aufgefordert worden, die Mängel innerhalb von zwei Wochen zu beseitigen. Eine Antwort stehe bislang aber noch aus. Wann MZ die fehlenden Angaben nachreichen werde, blieb am Montag unklar. Ein Firmensprecher sagte, dass Geschäftsführer Martin Wimmer nicht vor Dienstag am Unternehmenssitz im erzgebirgischen Hohndorf erwartet werde.

Für die 49 MZ-Mitarbeiter sei der Betrieb am Montag zunächst normal weitergegangen. Die Belegschaft war am Freitag vergangener Woche über den finanziellen Engpass informiert worden. Am selben Tag reichte Wimmer den Insolvenzantrag ein. Zur Begründung führte er ein kurzfristig geplatztes Darlehen an. Die Zusage für diese Finanzspritze war MZ zufolge prinzipiell bereits erteilt, dann aber - wegen fehlender Dokumente - zurückgezogen worden. Nun wird eine Sanierung in Eigenregie angestrebt. Damit sollen möglichst viele Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

MZ gehörte einst zu den größten Motorradherstellern der Welt. Zu DDR-Zeiten lieferten die Motorenwerke jährlich bis zu 85 000 Maschinen in 100 Länder. Nach der Wende ging der Betrieb pleite. Es gab zahlreiche Wiederbelebungsversuche.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gericht: Insolvenzantrag von MZ ist mangelhaft"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der Mischkonzern aus Malaysia hat lange Jahre viel Geld reinsteckt und solche Motorräder wie die 1000er erst aufgegleist. MZ baute tolle Mopeds (habe selber eine Skorpion), aber ist leider an der Schnöseligkeit und dem Herdentrieb der Kunden gescheitert, die sich dann doch lieber die immer gleichen Japaner und Gummikühe kaufen anstatt ein Image-Risiko mit einem "DDR-Moped" einzugehen.

  • Also mir tut es total leid um MZ und die Mitarbeiter. Die beiden MZ Baghiras, die ich hatte, waren super Moppeds ohne Probleme. Wenn es von der 1000er eine Enduro gegeben hätte, wäre ich auch dabei gewesen.
    Und wer jemals in Zschopau zum "Rund um Zschopau" Enduro war und die zigtausend begeisterten Menschen mit Benzin im Blut erlebt hat, der begreift, dass die Region ein super Standort für die Motorradproduktion ist. Aber der Motorradmarkt ist ein sehr schwieriger geworden.

  • Hallo BBr
    Wenn ein Mischkonzern aus Malaysia die komplette Entwicklungsabteilung platt macht,ist übrigens erst 5 Jahre her, nachdem man sich das nötige Know How abgekupfert hat - hat das nichts mit DDR-Mentalität zu tun, das ist dann global. also bitte sachlich bleiben.
    Den Weg zum Amtsgericht beschreitet übrigens ein Wessi!
    Selbiger hatte vor über 2 Jahren mit viel Tam Tam versucht aus dem vorhandenem, Material was vernünftiges zu machen. Aber wer 2 Jahre auf Bankbürgschaften warten
    muß, ist am Markt Tot! Das mal durch eine zweigetönte
    Ost-West-Brille.
    freundliche Grüße aus dem Erzgebirge

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%