Gerichtsentscheidung
Daimler scheitert mit Kündigung von Betriebsrat

Daimler darf seinen Betriebsrat Georg-Dieter Bell doch nicht entlassen. Das Arbeitsgericht Stuttgart hat entschieden, dass die von Daimler angeführten Gründe nicht für eine Kündigung ausreichen.
  • 2

StuttgartDaimler ist mit einer außerordentlichen Kündigung eines Betriebsrats vor dem Arbeitsgericht Stuttgart gescheitert. Der Autobauer hatte dem Mitglied der Christlichen Gewerkschaft Metall (CGM), Georg-Dieter Bell, gekündigt, weil der er mehrfach während der Arbeitszeit seine Frau von einem Daimler-Werk zu einem anderen Standort mitgenommen habe. Diesen angeblichen „Arbeitszeitbetrug“ von jeweils zehn bis 15 Minuten ließ das Gericht nicht gelten.

„Es war vielleicht ein Anfangsverdacht, aber kein dringender Verdacht“, begründete die Vorsitzende Richterin Sibylle Knapp ihre Zurückweisung der Kündigung. Bell arbeite seit mehr als 40 Jahren ohne Beanstandungen bei Daimler, das hätte das Unternehmen in der Interessenabwägung berücksichtigen müssen, sagte die Richterin. Bell rechtfertigte sich, er habe während der vom Unternehmen beanstandeten Zeiten mit Beschäftigten telefoniert und somit als Betriebsrat gearbeitet.

Daimler kündigte umgehend an, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen. „Die Entscheidung ändert nichts an der Tatsache, dass wir den Arbeitszeitbetrug nachgewiesen haben“, sagte ein Sprecher des Autobauers.

Gewerkschafter Bell ist das einzige Mitglied der CGM im 43-köpfigen Betriebsrat in der Daimler-Zentrale in Stuttgart-Untertürkheim. Die übrigen Mitglieder werden von der IG Metall gestellt. Ursprünglich sollte Bell in den Konzernaufsichtsrat für Ansgar Osseforth nachrücken, der seinen Arbeitsvertrag jedoch bis März 2013 über das 65. Lebensjahr hinaus verlängerte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gerichtsentscheidung: Daimler scheitert mit Kündigung von Betriebsrat"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • das ist ein Urteil welches nur in der vierzigjährigen Beriebszugehörigkeit verständlich ist aber als Betriebsrat ist es unverständlich da lt Arbeitsgerichtsurteil die Christlichen FGerkschaften nur bedingt tariffähig sind,die tariffähigkeit de CGM ist umstritten.

  • die sollen die führungskräfte rausschmeißen ,die den laden bescheißen und sich die tasche vollstopfen.

    ich empfehle den BENZ artikel eines wöchentlich erscheinenden politmagazins aus dem norden.

    gotts sei dank gibts die amerikanische börsenaufsicht,die die klauerei der eliten im laden unterbindet und sanktioniert.

    bei uns im land wird weggekuckt,warum wohl......

    teilhabe!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%