Gerichtsstreit um Gasfeld
Texaner zieht gegen BASF den Kürzeren

Die Klage des texanischen Gas- und Ölproduzenten Moncrief gegen die Beteiligung der BASF am sibirischen Gasfeld Juschno-Russkoje droht vor dem Landgericht Frankenthal zu scheitern.

dpa-afx FRANKENTHAL. Der Vorsitzende Richter Manfred Nax sagte am Donnerstag, nach derzeitigem Stand sei die Klage als unbegründet abzuweisen. Eine Entscheidung will das Gericht am 5. Juli verkünden. Zuvor hatte die BASF eine gütliche Einigung mit Moncrief abgelehnt. Das US- Unternehmen wirft der BASF und deren Tochter Wintershall vor, es aus einem milliardenschweren Geschäft mit dem russischen Energieriesen Gazprom gedrängt zu haben. Dabei geht es um die Ausbeutung des Gasfeldes Juschno-Russkoje, eines der größten der Welt.

Moncrief hatte sich nach eigenen Angaben Ende der 1990er Jahre über eine damalige Gazprom-Tochter einen 40-Prozent- Anteil an der Ausbeutung des Gasfeldes gesichert. In die Tat umgesetzt wurde das Geschäft allerdings nicht. Stattdessen sicherte sich die BASF 2006 über Wintershall einen Anteil von 35 Prozent minus einer Aktie an der Gesellschaft, die das Gasfeld ausbeuten soll. Später stieg auch noch der Energiekonzern Eon in das Projekt ein. Mit Hilfe der Klage will Moncrief den Einstieg der BASF für nichtig erklären lassen und die Grundlage für eine Schadenersatzforderung schaffen. Der Moncrief-Anteil habe heute einen Wert von 8,5 Mrd. Dollar (6,3 Mrd Euro), sagte ein Sprecher der US-Firma, deren Chef Richard W. Moncrief persönlich zur Verhandlung nach Frankenthal gekommen war.

Moncrief wirft der BASF einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor. Dem Chemiekonzern sei bei seinem Einstieg klar gewesen, dass Gazprom damit gegenüber Moncrief Vertragsbruch begehe. Die BASF habe sich darum "keinen Deut" geschert, sagte Moncrief-Anwalt Klaus Nieding. Den Vorwurf, die BASF habe Gazprom aktiv zum Vertragsbruch mit Moncrief verleitet, hielt Nieding am Donnerstag nicht aufrecht. BASF-Anwalt Mark Hilgard zweifelte an, ob ein deutsches Gericht überhaupt für den Fall zuständig sei. Die BASF sei außerdem nicht der richtige Adressat für eine Klage, sagte er. "Letztendlich müssen Sie sich doch an ihren Vertragspartner halten", empfahl er der Gegenseite. Moncrief klagt auch in den USA gegen das BASF-Gazprom- Geschäft.

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