Gernot Kalkoffen: "Gasförderung schafft Stellen"

Gernot Kalkoffen
"Gasförderung schafft Stellen"

In Nordrhein-Westfalen werden riesige Vorkommen an Erdgas vermutet. Mit geschätzten 2100 Milliarden Kubikmeter Gas wären es die zweitgrößten Europas. Wie Exxon diese Schätze heben will, erläutert Gernot Kalkoffen, Chef der Exxon Mobil Central Europe.

Handelsblatt: Herr Kalkoffen, Deutschland ist nicht im Gold-, sondern im Gasrausch. Glauben Sie, dass die Vorkommen wirtschaftlich nutzbar sind?

Gernot Kalkoffen: Wir sind erst in einem frühen Stadium der Exploration. Aber das theoretische Potenzial ist relativ groß. Die Frage ist, ob das Gas in der nötigen Konzentration vorliegt und sich wirtschaftlich fördern lässt.

Handelsblatt: Erste Probebohrungen sind ja bereits gemacht. Wie sind die Ergebnisse?

Kalkoffen: Für eine Beurteilung der Wirtschaftlichkeit ist es noch zu früh. Bei unkonventionellem Erdgas gibt es zwei Komponenten, die bisher nicht in Deutschland gefördert wurden: Gas in Kohleflözen und in Schiefervorkommen. Exxon Mobil hat zwei Kohleflözbohrungen vorgenommen und vier Bohrungen in Schiefergas. Das sind Kernbohrungen gewesen, bei denen vor allem Gesteinsproben genommen werden.

Handelsblatt: Wie gehen Sie weiter vor?

Kalkoffen: Wir haben für dieses Jahr noch einige Bohrungen geplant. Insbesondere soll Kohleflözgas untersucht werden.

Handelsblatt: Wie viel Zeit haben Sie für die Untersuchungen?

Kalkoffen: Die Explorationsgenehmigungen gelten normalerweise für fünf Jahre.

Handelsblatt: Dann startet die Produktion?

Kalkoffen: Es ist zum Teil auch eine Frage von Glück. Wenn bei einer Probebohrung gleich ein Volltreffer gelandet wird, wird man schnell versuchen, in die Produktionsphase überzugehen. Dafür sind aber neue Genehmigungen erforderlich.

Handelsblatt: Wie viel will Exxon Mobil in Deutschland investieren?

Kalkoffen: Das hängt ganz entscheidend davon ab, wie ergiebig die Vorkommen sind.

Handelsblatt: 2009 flossen 80 Prozent Ihrer deutschen Investitionen in die Erdgassuche, das waren 185 Millionen Euro. Steigt der Betrag durch die neuen Probebohrungen?

Kalkoffen: Dieser Betrag kann deutlich erhöht werden. Es hängt davon ab, ob es sich lohnt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Im Erfolgsfall könnten Milliardenbeträge fließen.

Handelsblatt: Also noch mal. Allein in die Erdgassuche wird in den nächsten Jahren eine knappe Milliarde Euro investiert?

Kalkoffen: Wir rechnen in der Explorationsphase mit einem deutlich dreistelligen Millionenbetrag. Mit einem wirtschaftlichen Abbau würde es aber deutlich mehr.

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