Gerry Weber steht vor Rekordjahr
Billigimporte aus China lassen deutsche Modehersteller kalt

Die vorübergehende Freigabe chinesischer Textilimporte in die EU haben Deutschlands Bekleidungshersteller schadlos überstanden. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, behaupteten sich die heimischen Produzenten – trotz der neuen Billigkonkurrenz – sogar weitaus besser auf den Weltmärkten als im Jahr zuvor, als sich die Union noch mit rigiden Einfuhrquoten vor chinesischer Ware schützte.

DÜSSELDORF. In den ersten sechs Monaten nahmen die deutschen Textilexporte um 5,2 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro zu, während Deutschland mit 7,5 Mrd. Euro insgesamt 4,6 Prozent weniger Kleider im Ausland einkaufte.

Dass die EU-Kommission schon im Juni dem Druck südeuropäischer Produzenten nachgab und gegenüber Peking erneut Importbeschränkungen verhängte, stößt angesichts der am Dienstag veröffentlichten Zahlen umso mehr auf Unverständnis. „Man fragt sich doch, was soll das“, schimpft Jürgen Dax, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands des deutschen Textileinzelhandels (BTE). Schon jetzt sei zu beobachten, dass chinesische Ware wegen der neuen Einfuhrquoten kurzerhand über Nachbarländer wie Macao umgelenkt werde. Dieser Umweg mache die Textilien zwar teurer, schütze die Südeuropäer aber noch lange nicht vor den China-Importen.

Die Zeche zahlt nach Ansicht des BTE der Verbraucher. Er werde am Ende drei bis sieben Prozent mehr zahlen müssen. Auch Thomas Rasch, Hauptgeschäftsführer des Modeverbands German Fashion, geht von einem Preisanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich aus.

Zum Vergleich: In Norwegen, wo 1998 die Quoten abgeschafft wurden, sanken die Preise für Bekleidung um 20 Prozent. Volkswirte der HSBC-Bank kommen daher in einer Studie zu dem Ergebnis: „Ein ähnlicher Verzicht könnte in der Euro-Zone die Inflation über fünf Jahre hinweg jährlich um 0,25 Prozent reduzieren.“

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