Gerüchte um Einstieg
Pirelli dementiert Interesse an Continental

Der italienische Mischkonzern Pirelli setzt auf sein Kerngeschäft – ein möglicher Einstieg bei Continental gehört nicht zur Strategie. Entsprechende Gerüchte wies Vorstandschef Provera zurück. Sein Unternehmen wählt einen anderen Weg.

MAILAND. Nach einem schlechten Jahr 2008 plant der Mischkonzern Pirelli Entlassungen und will sich neu aufstellen. Ein Einstieg beim deutschen Autozulieferer Continental ist dabei aber nicht geplant. Ein Interesse an der Reifensparte Contis, über das immer wieder spekuliert wird, schloss der Vorstandsvorsitzende und Großaktionär Marco Tronchetti-Provera gestern aus: „Wir sehen unsere Zukunft eigenständig“, sagte er bei der Vorstellung des Geschäftsplans für die kommenden drei Jahre.

In Zukunft will sich das Unternehmen mit Sitz in Mailand stärker auf sein Kerngeschäft der Reifen konzentrieren, die Umwelttechnologien ausbauen und die bisher wichtige Immobiliensparte deutlich verkleinern. „Die Marktumstände haben unsere Ergebnisse in der zweiten Jahreshälfte stark getroffen“, sagte Tronchetti-Provera. „Um zu wachsen müssen wir auf Diskontinuität setzen.“

Der neue Geschäftsplan war von den Investoren mit Spannung erwartet worden, nachdem er in der Vergangenheit mehrfach verschoben worden war. Mit seinen beiden Hauptaktivitäten Reifen und Immobilien ist Pirelli besonders stark von der Finanzkrise betroffen, die ihren Ursprung bei den Häuserkrediten hat und sich nun auch mit voller Wucht auf die Autoindustrie niederschlägt. Vor weniger als zwei Jahren hat sich Pirelli von seiner Kontrollbeteiligung an Telecom Italia getrennt, seitdem ist unklar, wohin die Reise geht.

Nach dem neuen Plan rechnet Pirelli nach einem Umsatz von 4,65 Mrd. Euro im vergangenen Jahr in diesem Jahr mit nur noch 4,3 Mrd. Euro. Bis 2011 will das Unternehmen den Erlös aber wieder auf 4,8 Mrd. Euro steigern. Das Wachstum soll vor allem von neuen Umwelttechnologien etwa im Bereich der Partikelfilter und der Solarenergie kommen. Tronchetti-Provera hofft dabei auch auf die neue US-Regierung, die stärker auf erneuerbare Energien und Umweltschutz setzt. „All das bedeutet, dass wir das Beste aus dieses Geschäftsmöglichkeiten machen können“, sagte der Vorstandschef. Das Geschäftsfeld trägt heute 19 Prozent zum Umsatzes des Konzerns bei, 2011 sollen die Umwelttechnologien bereits 40 Prozent beisteuern.

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