Gerüchte um Opel-Verkauf
General Motors attackiert VW-Chef Winterkorn

Bei General Motors liegen die Nerven angesichts der andauernden Spekulationen über einen Verkauf der Tochter Opel offenbar blank. Jetzt macht der US-Autobauer VW-Chef Martin Winterkorn für die Gerüchte mitverantwortlich.
  • 4

Düsseldorf/DetroitIn der Autobranche vermeiden es die Rivalen in der Regel, übereinander zu sprechen. Das gilt eigentlich auch für den US-Riesen General Motors (GM). Außerdem betont das Unternehmen, in einem „Statement als Antwort zu VWs Kommentaren zu Opel“: „General Motors hat eine langjährige Politik, Gerüchte und Spekulationen nicht zu kommentieren.“ Die anhaltenden Spekulationen über einen Verkauf von Europas GM-Tochter Opel bringt das amerikanische Unternehmen jetzt aber dazu, mit dieser Tradition zu brechen. Denn mit unverhohlenem Ärger heißt es in der Pressemitteilung: „Leider zeigen einige unserer Wettbewerber keine vergleichbare Zurückhaltung.“

Der Unmut gilt einem der schärfsten Rivalen um den Titel des weltgrößten Autobauers: Volkswagen. Was die Manager in Detroit offenbar bis aufs Blut reizt, sind Äußerungen von VW-Chef Martin Winterkorn. Dieser kommentiere Gerüchte bezüglich Opel, „was ein bedauernswertes Muster fortsetzt, Spekulationen zu befeuern“, dass Opel zum Verkauf stehe - und das obwohl die Tochter „solide Fortschritte“ bei der Restrukturierung mache.

Zur Weißglut treibt die GM-Verantwortlichen das Timing. Denn die Äußerungen Winterkorns, dass Chinesen wahrscheinlichere Käufer seien als Hyundai, falls GM sich von seiner Europa-Tochter trennen sollte, würden die positiven Medienreaktionen auf das Elektroauto Opel Ampera überlagern.

Ein Volkswagen-Sprecher sagte laut der Nachrichtenagentur Bloomberg zu den Vorwürfen, Winterkorn habe nur spekuliert. Der Volkswagen-Chef habe auf die Frage eines Journalisten hin nicht gesagt, dass Opel definitiv zum Verkauf stehe. „Wenn man genau liest, denkt er nicht, dass GM Opel verkauft“, betonte der Unternehmenssprecher.

General Motors bekommt Unterstützung vom auf die Autobranche spezialisierten US-Beratungsunternehmen Maryann Keller & Associates. Deren Chefin und Namensgeberin Maryann Keller sagte Bloomberg, Winterkorn hätte sich die „ungehörigen“ Bemerkungen über den Wettbewerber sparen sollen. „Er hätte nichts sagen sollen.“

General Motors jedenfalls unterstreicht: „Opel ist seit 1928 Teil der GM-Familie und bleibt für das Unternehmen wichtig.“ Der Konzern sei erfreut, wie sich die Europa-Tochter im vergangenen Jahr entwickelt habe.

Tino Andresen
Tino Andresen
Handelsblatt.com / Reporter

Kommentare zu " Gerüchte um Opel-Verkauf: General Motors attackiert VW-Chef Winterkorn"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Verneigung vor Dr. Winterkorn - unbedingt! Wenn ein CEO eines Marktführers derartige Äußerungen von sich gibt, muss man sich verneigen. Um auf Augenhöhe mit ihm kommunizieren zu können...Hr. Winterkorn hat für Opel gar nichts bewirkt, das Statement von GM gab es schon vor mehr als einer Woche...

  • Tja, vielleicht hat der "unantastbare Riese" mit politischem Schutzmantel nun doch den Bogen überspannt und der deutsche Durchschnittsbürger bemerkt, dass auch bei Opel deutsche Autos von deutschen Arbeitnehmern gebaut werden... Und der große Vorteil bei Opel: Die Autos haben zwar auch ein Markengesicht, aber man findet sie am Aldi-Pakplatz wieder, nicht jeder hat ein Massband dabei, um herauszufinden, ob da jetzt ein Polo oder ein Golf steht *lach*

  • Die Opelaner sollten sich vor Herrn Dr. Winterkorn verneigen: er hat mit seinen Ausführungen bewirkt, dass sich GM zu Opel bekennt - es dürfte eine große Freude für die Opel-Belegschaft sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%