Gerüchte um Werksschließung und Gehaltsstreit fordern den Autokonzern
Ford-Luxussparte PAG stößt bei Sparbemühungen auf Widerstand

Der Ford-Luxussparte Premier Automotive Group (PAG) weht in Großbritannien zurzeit ein rauer Wind entgegen. Bei Land Rover verlangen die Gewerkschaften deutlichere Gehaltserhöhungen als angeboten, bei Jaguar ist die Belegschaft alarmiert, nachdem Gerüchte nicht verstummen wollen, dass ein Werk in der Nähe von Coventry wegen schlechter Ergebnisse geschlossen werden soll. PAG-Chef Mark Fields hatte zuletzt betont, dass mit Ausnahme der Entwicklung „einfach überall gespart werden muss“.

fs/hof LONDON/FRANKFURT. Spekulationen um das Werk Browns Lane, die Fertigungsstätte des Jaguar XJ und XK Sport, kochen immer wieder hoch. Trotz dreistelliger Millionen-Investitionen in den Betrieb liegt die Profitabilität nach wie vor unter den Ansprüchen des Managements. Produktionsbedingte Verzögerungen beim Verkaufsstart des Jaguar XJ wurden zudem im vergangenen Jahr für den hohen Verlust – das Minus bei Jaguar soll etwa 500 Mill. $ betragen haben – verantwortlich gemacht.

Nahrung bekommen die Gerüchte um eine Verschärfung der Sparmaßnahmen dadurch, dass PAG nach einem Gewinn im zweiten Quartal wieder zurück in die roten Zahlen gerutscht ist. Nach einem Minus von 22 Mill. $ im Zeitraum zwischen Juli und September hat PAG nach neun Monaten nur noch 56 Mill. $ verdient. Will Fields sein Versprechen halten, 2003 mit schwarzen Zahlen abzuschließen, muss das traditionell eher schwache vierte Quartal gut laufen. Die neuesten Spekulationen um Fabrikschließungen werden auch von Analysten gestützt, die eine weitere Rationalisierung bei Jaguar als dringend notwendig erachten. Ein Sprecher von Jaguar äußerte sich dagegen verständnislos und wollte die neuesten Gerüchten nicht kommentieren.

Im Land-Rover-Werk Solihull, nur ein paar Kilometer weiter westlich, ist der Konflikt dagegen bereits akut. Dort lehnen die Gewerkschaften eine vom Management angebotene Gehaltserhöhung von 6,5 % für zwei Jahre als zu niedrig ab. Sie verweisen auf Lohnsteigerungen bei Jaguar von 7,5 % und fordern innerhalb von PAG Gleichbehandlung. Das Management dagegen hält an seiner Offerte fest, bezeichnete sie als „fair und ausgewogen“.

Mit einer Abstimmung unter den Beschäftigten will die Gewerkschaft die Kampfbereitschaft ihrer Klientel testen. Das Ergebnis soll am Donnerstag verkündet werden. Die Stimmung ist aufgeheizt, weil das Werk bereits von drastischen Kürzungen betroffen ist. So soll die Montage des Land-Rover-Modells „Freelander“ bis 2006 zu Jaguar nach Halewood verlagert werden. Das kostet rund 1 000 Arbeitsplätze bei Land Rover.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%