"Gerüstet für den Börsengang"
RAG gibt Kokerei-Pläne auf

Der Bergbau- und Chemiekonzern RAG hat seine Ausbaupläne für die Kokerei Prosper in Bottrop aufgegeben.

HB ESSEN. Da der Stahlkonzern Thyssenkrupp seinerseits einen Kokereiausbau plane, sei es betriebswirtschaftlich unsinnig, das Projekt weiterzuverfolgen, sagte RAG-Vorstandschef Werner Müller am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Essen.

RAG hatte sich zuletzt grundsätzlich mit einigen Stahlkonzernen wie der österreichischen Voestalpine auf den Ausbau von Prosper verständigt. Bei der Entscheidung, Thyssenkrupp den Vortritt beim Kokereiausbau zu lassen, habe auch die Thyssenkrupp-Idee eine Rolle gespielt, mittel- oder längerfristig alle Kokereien in eine gemeinsame Gesellschaft einzubringen, sagte Müller.

Thyssenkrupp will seine Koksproduktion in Duisburg-Huckingen jährlich auf 2,4 Millionen Tonnen verdoppeln und hat dazu bereits den behördlichen Genehmigungsantrag gestellt. Nach Ansicht des Stahlherstellers ist der an einem Stahlstandort hergestellte Koks kostengünstiger als der an einem stahlunabhängigen Standort erzeugte.

Im abgelaufenen Jahr erreichte die RAG wieder die Gewinnzone. Der Gewinn vor Steuern habe sich auf 259,8 Millionen Euro verbessert nach einem Verlust von 0,3 Millionen Euro im Vorjahr, sagte Müller. Hauptgrund war die Einbeziehung des Chemiekonzerns Degussa. Der RAG-Umsatz habe sich auf 18,7 (12,2) Milliarden Euro verbessert.

Angesichts einer positiven Entwicklung im ersten Quartal 2005 erwarte RAG für das Gesamtjahr ein Vorsteuerergebnis von über 400 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2005 sei ein Gewinn vor Steuern von 194,4 Millionen Euro entstanden, rund 81 Millionen mehr als geplant. Das Wachstum werde getragen von einem Investitionsprogramm, das bis 2007 4,5 Milliarden Euro für den Ausbau des Kerngeschäfts bereitstelle.

Die Wurzel des Konzerns bleibe aber der Bergbau. Dabei vertraue die RAG darauf, dass der künftige Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers, zu seinem Versprechen stehe, auf betriebsbedingte Kündigungen im Bergbau zu verzichten.

Für weiteres Wachstum sei ein Börsengang der RAG ohne Alternative, sagte Müller. „Uns fehlt der Zugang zu frischem Eigenkapital“, sagte er. Die Großaktionäre legten kein Geld in den Konzern, da sie auch keine Dividende daraus beziehen dürften. „Für unsere Aktionäre ist die RAG daher materiell wertlos“, sagte Müller. Deshalb dürften sie nach seinem Vorschlag für einen Euro aus diesem Modell aussteigen. Beteiligt sind an der RAG die Energiekonzerne E.ON und RWE sowie die Stahlkonzerne ThyssenKrupp und Arcelor.

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