Gesättigte Märkte machen Auslandsinvestitionen lukrativ
Brasiliens Großkonzerne überschreiten die Grenzen

Immer mehr brasilianische Konzerne entdecken die Vorzüge von Auslandsinvestitionen. Nach Angaben der Unctad haben die Unternehmen des Landes 2004 mit 9,5 Mrd. Dollar mehr als je zuvor jenseits der Landesgrenzen investiert. Brasilianische Großkonzerne besitzen heute im Ausland Firmen und Unternehmensanteile im Wert von 66 Mrd. Dollar.

HB SÃO PAULO. „Die brasilianischen Unternehmen machen derzeit einen tief greifenden Strukturwandel durch“, beobachtet Chef-Ökonom Yoshiaki Nakano von der Wirtschaftsuniversität Fundação Getúlio Vargas in São Paulo. In den vergangenen Krisenjahren haben die Unternehmen ihre Verschuldung gesenkt und ihre Produktivität gesteigert. „Daher sind eine ganze Reihe Unternehmen heute fit für den globalen Wettbewerb“, sagt Júlio Sérgio Gomes de Almeida vom Industrieinstitut Iedi in São Paulo.

Und Brasiliens Konzerne werden nach Expertenschätzung künftig deutlich mehr Geld für Auslandsengagements in die Hand nehmen. Bisher summieren sich diese Investitionen nur auf rund elf Prozent des BIP. Das ist weniger als der Durchschnitt ausländischer Engagements der Entwicklungsländer. Und im 2004 resultierte rund die Hälfte der Investitionssumme allein aus dem Aktientausch zwischen dem belgischen Bierkonzern Interbrew und dem brasilianischen Konkurrenten Ambev.

Unter den 50 größten Unternehmen aus den Emerging-Markets sind gerade mal drei brasilianische Konzerne. Ökonom Antonio Corrêa de Lacerda von Siemens schätzt die Zahl der brasilianischen Unternehmen, die mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland erzielen auf „etwa zwei Dutzend“.

Doch die Zahl brasilianischer Multis nimmt zu. Denn trotz der 170 Mill. Brasilianer wird der Inlandsmarkt für viele Konzerne zu eng. Größe ist jedoch wichtig, um im globalen Wettbewerb mithalten zu können. Der brasilianische Elektromotorenhersteller Weg etwa ist bereits größter Anbieter Lateinamerikas. In China hat der Konzern in eine eigene Produktion investiert. In Indien und Russland sollen weitere Fabriken entstehen.

Embraco, der weltweit führende Fabrikant von Kühlaggregaten, an dem der US-Konzern Whirlpool die Mehrheit hält, expandiert von Brasilien aus nach Italien, China und Slowenien. Der Flugzeugbauer Embraer kauft sich derzeit in den US-Rüstungsmarkt ein und fertigt in China in einem Joint Venture die ersten Regionalflugzeuge.

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