Gesamtmetall
Alarm in der Metall- und Elektroindustrie

Der Metall- und Elektroindustrie brechen die Aufträge weg. Im Oktober lagen die Auftragseingänge 20 Prozent unter denen des Vorjahres, wie der Branchenverband Gesamtmetall laut Medienbericht mitteilt. Gesamtmetall-Präsident Kannegiesser hält einen Stellenabbau für unvermeidlich – und warnt vor einer Kreditkrise.

HB BERLIN. Die Konjunkturkrise hinterlässt immer stärkere Spuren in der deutschen Industrie. So sind die Auftragseingänge in der Metall- und Elektroindustrie allein im Oktober um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen, wie die „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf Angaben des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall berichtet. Nach Einschätzung von Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser wird die Branche auch nicht um einen Stellenabbau herumkommen. Die Unternehmen würden aber alles daran setzten, ihre Stammbelegschaft zu halten.

Bis in den September hinein habe die Branche noch einen Zuwachs bei der Beschäftigung verzeichnet. „Seitdem ist der Job-Aufbau zum Stillstand gekommen“, sagte Kannegiesser. Wegen der Konjunkturkrise werden nach seiner Einschätzung viele Unternehmen die Klauseln im jüngsten Tarifvertrag zur zeitweisen Aussetzung der Lohnsteigerung in Anspruch nehmen.

Unmittelbar vor dem Konjunkturgipfel der Bundesregierung am kommenden Wochenende warnte Kannegiesser auch vor einer drohenden Kreditklemme für Unternehmen und forderte die Regierung auf, stärker auf die Banken einzuwirken: „Wenn Banken den Notwendigkeiten der Realwirtschaft nicht mehr gerecht werden, dann muss die Politik eingreifen. Die Banken können sich nicht auf Kosten der Allgemeinheit unter den Rettungsschirm begeben, dann aber nichts für die Allgemeinheit tun.“

Kannegiesser sagte zur Situation der Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie: „Fakt ist, dass es schwieriger geworden ist, an Darlehen zu kommen.“ Für die Industrie sei mit am wichtigsten, dass die Finanzierung der Unternehmen gesichert bleibe. Dafür habe die Regierung mit dem Bankenrettungspaket „sehr schnell und sehr entschlossen die Weichen“ gestellt. „Jetzt kommt es aber auf die Umsetzung an“, sagte Kannegiesser: „Die Banken müssen den Unternehmen helfen, die im Prinzip gesund sind und nur durch die konjunkturellen Verwerfungen in Schwierigkeiten geraten.“

Kannegiesser äußerte Verständnis für den Kurs der Bundeskanzlerin, dem ersten Konjunkturprogramm der Regierung nicht sofort ein weiteres folgen zu lassen. „Ich betrachte das nicht als mutloses Zaudern“, betonte der Gesamtmetall-Präsident. Die Politik habe mit dem ersten Programm „das Signal gegeben, dass sie bereit ist, die Konjunktur zu stützen“. Das sei in Ordnung, auch wenn man die einzelnen Bestandteile nicht sonderlich hilfreich finden möge. Kannegiesser betonte: „Die Regierung ist gut beraten, keinen Zick-Zack-Kurs zu fahren und jetzt nicht jeder Forderung hinterher zu laufen.“

Gleichzeitig stellte er fest, dass ein zweites Konjunkturprogramm, falls es nötig werde, „dann wesentlich opulenter“ ausfallen müsste: „Dann kann es nicht mehr um ein Dutzend Mrd. Euro Konjunkturhilfen gehen, sondern mindestens um das Doppelte“, sagte er.

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