Geschäft mit Toluoldiisocyanat
BASF kauft Sparte von Huntsman

BASF hat vom US-Wettbewerber Huntsman das TDI-Geschäft erworben. Damit stärkt der weltgrößte Chemiekonzern seine Polyurethan-Sparte. Unterdessen ist TCG aus dem Konsortium für die Übernahme des Kunststoff-Joint-Ventures Basell von BASF und Shell ausgestiegen.

HB FRANKFURT. Der Kauf des weltweiten Geschäfts mit der Chemikalie Toluoldiisocyanat (TDI) sei weder mit einer Übertragung von Produktionsstätten noch mit einer Übernahme von Personal verbunden, teilte BASF am Mittwoch in Ludwigshafen mit. BASF übernehme die TDI-Kundenliste sowie bestehende Lieferverträge. Finanzielle Details der Vereinbarung sowie der Jahresumsatz des Huntsman-Geschäfts wurden nicht genannt. TDI ist ein Vorprodukt für Polyurethan-Kunststoffe, die in der Automobilbranche, zur Wärmedämmung im Bau, aber auch in der Elektronik sowie für die Herstellung von Schuhen und Möbeln eingesetzt werden.

„Der weltweite TDI-Markt ist für die BASF von großer Bedeutung“, erklärte Jean-Pierre Dahnis, Leiter des Bereichs Polyurethane bei BASF. BASF produziert TDI derzeit an seinen Standorten Geismar in den USA, Schwarzheide in Deutschland und Yeosu in Korea. Im kommenden Jahr will BASF TDI mit chinesischen Partnern auch in Caojing herstellen. Huntsman teilte unterdessen mit, im Zusammenhang mit dem Verkauf des Geschäfts 39 Mill. Dollar an Aufwendungen zu verbuchen.

„Die Übernahme ist positiv zu sehen, da sie das Geschäft von BASF bei Polyurethanen abrundet“, kommentierte ein Chemieanalyst. BASF gehöre neben Bayer und dem US-Konzern Dow Chemical zu den drei großen Anbietern weltweit im Polyurethan-Bereich. Das TDI-Geschäft bei Huntsman sei aber vergleichsweise klein und zuletzt auf einen Jahresumsatz im niedrigen dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich gekommen. „Große Auswirkungen auf den Aktienkurs erwarte ich daher nicht“, fügte er hinzu. HVB-Analyst Andreas Heine schätzte den TDI-Jahresumsatz von Huntsman auf zuletzt 50 Mill. €.

BASF hatte in der jüngsten Zeit von Großübernahmen Abstand genommen und seine Arbeitsgebiete eher durch kleinere selektive Zukäufe verstärkt. So erwarb der Konzern den auf 100 Mill. € Jahresumsatz kommenden schweizerischen Feinchemieanbieter Orgamol. Zudem hatte BASF für 270 Mill. € das Geschäft mit Elektronikchemikalien vom Darmstädter Wettbewerber Merck übernommen.

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