Im Fall Repower kommt hinzu, dass die französische Regierung – mit 87 Prozent größer Anteilseigner von Areva – den Ausbau der Windenergie vorantreibt: Bis zum Jahr 2015 sollen die Windkraft-Kapazitäten im Land auf 13 000 Megawatt ausgebaut werden, was einer Verzehnfachung gegenüber heute entsprechen würde. Frankreich subventioniert wie Deutschland die Erzeugung von Strom durch Windkraft.
Für die ausstehenden 70 Prozent an Repower muss Areva 600 Mill. Euro aufwenden. Analysten halten die Übernahme zwar prinzipiell für sinnvoll, sie kritisieren aber den Preis. Nach Angaben des Pariser Brokers Natexis Bleichroeder zahlt Areva für die Repower-Aktien das 26fache des für 2007 erwarteten Gewinns vor Zinsen und Steuern. Das ist eine deutliche Prämie auf die branchenüblichen Bewertungen. Beim dänischen Weltmarktführer Vestas liegt das auf Basis des operativen Gewinns berechnete Kurs-Gewinn-Verhältnis lediglich bei 23.
Möglicherweise muss Areva das Angebot sogar noch aufstocken. Zwar hat Repower-Chef Vahrenholt seinen Aktionären bereits die Annahme der Offerte empfohlen. Die Repower-Aktie beendete den gestrigen Börsenhandel jedoch bei 108,75 Euro – knapp vier Euro über dem Übernahmeangebot Arevas. „Dies zeigt, dass der Markt auf einen Nachschlag spekuliert“, sagte ein Börsenhändler.
Finanziell stellt der Repower-Kauf den profitablen französischen Staatskonzern vor keine größeren Probleme. Areva ist mit einem Umsatz von 10,1 Mrd. Euro und 58 000 Mitarbeitern ungefähr zwanzigmal so groß wie Repower. Areva geht in seiner Planung davon aus, dass sowohl die Kernenergie als auch die erneuerbaren Energien in Zukunft einen wachsenden Beitrag zum weltweiten Energiemix leisten werden. „Wir wollen eine bedeutende Position in der CO2-freien Energieerzeugung erreichen“, sagte Konzernchefin Anne Lauvergeon.
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