Geschäftsbilanz
Die schwarzen Schafe des Dax

Nicht alle Konzerne konnten vom exzellenten Dax-Umfeld profitieren. Vier Unternehmen trüben mit miserablen Zahlen die Bilanz. Immerhin: Es gibt auch Zeichen der Besserung.
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DüsseldorfStolze 17,8 Milliarden Euro hatten Deutschlands Versorger Eon und RWE noch 2010 als operatives Ergebnis eingefahren. Beide zählten stets zu den verlässlichsten Gewinnmaschinen inmitten der ansonsten sehr schwankungsanfälligen Dax-Konzerne. Mit dieser Herrlichkeit war es 2011 vorbei, als die Bundesregierung nach der Atomkatastrophe in Japan abrupt den Ausstieg aus der Kernenergie ankündigte. Abschreibungen auf Kernkraftwerke – allein bei Eon waren es 2,4 Milliarden Euro –, weitere Wertberichtigungen auf unrentable Auslandstöchter in Südeuropa und Mindereinnahmen reduzierten das operative Ergebnis der beiden auf nur noch 3,4 Milliarden Euro.

Eon will nun mit einem Sparprogramm die jährlichen Kosten langfristig um 1,5 Milliarden Euro senken. 11000 der 79000 Stellen werden gestrichen. RWE will das jährliche Ergebnis dauerhaft um eine Milliarde Euro verbessern. „Die Aussichten sind deutlich positiver als noch vor einem halben Jahr“, sagte der künftige RWE-Chef Peter Terium.

Ganz so rosig erscheinen die Aussichten bei der Deutschen Lufthansa nicht. 2011 machten ihr die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjallajoküll und die Unruhen im arabischen Frühling zu schaffen. Der operative Gewinn fiel um 44 Prozent auf 773 Millionen Euro. Dass sich derlei Belastungen wiederholen, ist zwar unwahrscheinlich. Allerdings leidet die Lufthansa unter einem Dauerproblem: Weltweit gibt es zu viele Anbieter. Diese profitieren oftmals von staatlichen Subventionen – und machen sich so mit Billigpreisen das Leben gegenseitig schwer.

Die Lufthansa reagiert, indem sie innerhalb der nächsten drei Jahre mit ihrem neuen Effizienzprogramm Score 1,5 Milliarden Euro einsparen will. „Wir müssen raus aus der Komfortzone“, ermahnte Lufthansa-Chef Christoph Franz seine Mitarbeiter.

Bei Thyssen-Krupp entsprangen die Verluste hauptsächlich eigenem Missmanagement. Nach 1,3 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2010 fuhr Deutschlands größter Stahlhersteller 2011 operativ einen Verlust von 284 Millionen Euro ein. Die bereits 2005 angestoßenen Investitionen in neue Stahlwerke in den USA und Brasilien erwiesen sich als größte Fehlentscheidung in der Firmengeschichte. Erst explodierten die Kosten – sie vervielfachten sich auf elf Milliarden Euro. Dann vergrößerten sich die Anlaufschwierigkeiten, weil die neuen Produktionsanlagen zunächst nicht funktionierten.

Einen Ausblick auf das bereits seit September laufende Geschäftsjahr 2012 wagt Thyssen-Krupp immer noch nicht – und begründet dies mit der unsicheren gesamtwirtschaftlichen Situation. Anleger schwanken zwischen Erstaunen und Entsetzen. Denn sieht man von den schuldengeplagten Ländern in Südeuropa ab, brummt die Konjunktur.

Kommentare zu " Geschäftsbilanz: Die schwarzen Schafe des Dax"

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  • Herr Cromme als Chef der Aufsichtsräte Siemens und ThyssenKrupp bereitet ja schon eine Fusion der beiden Konzerne vor, wie es aussieht. Macht ja auch Sinn. Die Verkäufe unterhalb 20 EUR dienen wohl der Kapitalbeschaffung, TK verkauft eigene Aktien, wie es aussieht. Das sollte hoffentlich bald zu Ende sein.

    Wenn die Fusion unter Dach und Fach ist sollte TK steigen, wie einst VW, sollte man hoffen. Die STahlbranche ist doch eigentlich unkaputtbar und profitabel, spätestens wenn die Werke in Brasilien und USA erfolgreich verkauft wurden. Die Geschäfte mit Aufbau offshore-Windkraft, die TK anvisiert hat, sind sehr vielversprechend, wie man lesen konnte. ALSO EINSTEIGEN !!! Ab 2. Quartal brummt TK wieder.

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