Geschäftsjahr 2005/2006
Thyssen-Krupp dürfte noch mehr verdient haben

Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp hat sein Ende September zu Ende gegangenes Geschäftsjahr offenbar mit einem noch höheren Gewinn abgeschlossen als bislang prognostiziert. Analysten erwarten im Schnitt ein Vorsteuer-Ergebnis von 2,63 Mrd. Euro. Der Konzern selbst hatte bislang lediglich 2,5 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.

HB DÜSSELDORF. Thyssen-Krupp wird am Freitag seine Bilanz vorlegen und einen genaueren Ausblick auf 2007 geben. Für die abgelaufene Periode kann das Unternehmen dabei wohl einen Umsatz verkünden, der oberhalb des angekündigten Niveaus von 46 Mrd. Euro liegt. Analysten schätzen die Erlöse im Schnitt auf 46,75 Mrd. Euro nach 42,93 Mrd. im Vorjahr.

Auch das Nettoergebnis ist den Prognosen zufolge deutlich gestiegen: Erwartet werden 1,53 Mrd. Euro und damit eine Verbesserung um über 40 Prozent. Damit dürfte auch die Basis gelegt worden sein für einen weiteren Dividendenanstieg. Zuletzt hatte das Dax-Unternehmen 0,80 Euro je Aktie an die Anteilseigner ausgeschüttet.

Getragen wird der neue Rekordgewinn bei ThyssenKrupp von der anhaltend guten Stahlkonjunktur. Allein das Flachstahlgeschäft hat den Schätzungen zufolge 2005/06 wieder mehr als die Hälfte des Vorsteuer-Ergebnisses des Konzerns erwirtschaftet. Die Kosten für die Restrukturierung des Automotive-Geschäfts sind deshalb in der Bilanz auch kaum spürbar.

Ob Thyssen beim geplanten Ausbau des Stahlgeschäfts in Nordamerika immer noch auf eine Übernahme des kanadischen Unternehmens Dofasco setzt, muss der Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz am Freitag bei der Bilanzvorlage beantworten. Zuletzt sah es so aus, als wenn Schulz seine Dofasco-Pläne endgültig zu den Akten legen müßte, weil der derzeitige Besitzer Arcelor Mittal keine Möglichkeiten für einen Verkauf sieht.

Ein richtiges Problem sollte dies für Thyssen-Krupp dennoch nicht werden, hat der Konzern doch Alternativen zu Dofasco schon weit vorangetrieben. Der Aufsichtsrat hat bereits im August Investitionen von über zwei Mrd. Euro für einen neuen Werkskomplex der Töchter Steel und Stainless in den USA gebilligt. Derzeit wird hierfür noch ein geeigneter Standort gesucht.

Analysten gehen davon aus, dass Schulz einen positiven Ausblick für das laufende Geschäftsjahr geben und die bisherige Gewinnprognose zumindest bestätigen wird. Im Oktober hatte das Unternehmen für 2006/07 ein Vorsteuer-Ergebnis von erneut 2,5 Mrd. Euro angekündigt. Der Umsatz soll ebenfalls weiter steigen. Mittelfristig sollen 50 Mrd. Euro erreicht werden. Hierfür will Thyssen-Krupp auch kräftig investieren: Allein für die kommenden fünf Jahre hatte Konzernchef Schulz Ausgaben von 17 Mrd. bis 20 Mrd. Euro angekündigt.

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