Geschäftsjahr 2007/2008
Voith-Chef geht mit Rekordergebnis

Der Auftragseingang bei dem Familienunternehmen ist so hoch, dass die branchenuntypische Sonderkonjunktur weiter anhält. Vorstandschef Hermut Kormann wird wohl mit dem zweiten Rekordjahr in folge glänzen können. Ein Grund für den Erfolg: Immer wieder überraschende Vorstöße in neue Technologien.

STUTTGART. Der Anlagenbauer Voith steht vor einem Rekordjahr. Anzeichen einer konjunkturellen Abkühlung, wie vom Branchenverband befürchtet, sind bei dem Unternehmen nicht im Ansatz zu erkennen. "Wir stehen wieder vor einem guten Jahr", sagt der scheidende Vorstandschef Hermut Kormann. Er übergibt zum 1. April den Konzern mit einem Vorsteuergewinn von 290 Mill. Euro und blendenden Zukunftsaussichten an seinen Nachfolger Hubert Lienhard.

Nach einem Rekord im Geschäftsjahr 2006/2007 (30. September) beim Umsatz von 4,2 Mrd. Euro und beim Auftragseingang von 5,1 Mrd. Euro rechnet der Anlagenbauer im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatzanstieg um knapp 20 Prozent. "Wir werden uns der Fünf-Milliarden-Marke nähern", sagte Finanzvorstand Hermann Jung.

Vier Jahre Aufschwung gelten als absolute Ausnahme in der Branche. Eine Steigerung des Auftragseingangs im ersten Quartal von 47 Prozent auf 1, 6 Mrd. Euro hält Kormann für "fast schon beängstigend". Der Konzern profitiert von der hohen Nachfrage nach Anlagen zur Energiegewinnung aus Wasserkraft und Windkraft vor allem aus Asien. Etwas vergleichbares habe es allenfalls im Wirtschaftsboom der 60er-Jahre gegeben. Unter anderem haben völlig neue Projekte wie die Diesel-Lokomotive Maxima und Getriebe für Windkraftanlagen zu dem Schub beigetragen. Auch das Kerngeschäft mit Papiermaschinen nährt mit nahezu einer Verdopplung des Auftragseingangs in den ersten drei Monaten auf 790 Mill. Euro den Optimismus. Die relativ neue Sparte Industriedienstleistungen, die durch zwei Zukäufe gestärkt wurde, sieht Jung künftig bei einem Fünftel des Konzernumsatzes.

Darüber hinaus hält Voith Ausschau nach neuen Wachstumsbereichen. "Es ist an der Zeit, sich über ein neues Portfolio Gedanken zu machen, um einen fünften Konzernbereich", sagte der designierte Vorstandschef Lienhard. Der Bereich Stahl sei es jedoch nicht. "Es wird etwas sein, das darüber hinaus geht, das ein Stahlersatz sein könnte", sagte Lienhard. Voith ist schon seit längerem scharf auf Kapazitäten für Kohlefaserleichtbau. Die Übernahme eines Zulieferwerkes von EADS scheiterte Ende 2007. Unter anderem hat die Turbomaschinensparte gestern einen Kohlefaserantrieb in Form eines Innenringpropellers mit Elektromotor für Schiffe vorgestellt. Die enorme Schubkraft des ohne Getriebe und Welle nahezu wartungsfreien Motors soll zunächst bei Marineschiffen eingesetzt werden. Voith überrascht immer wieder mit Vorstößen in neue Technologien wie Gezeitenkraftwerken oder Turboaggregaten für LKW. Beim Papierhersteller SCA hat Voith einen Reaktor, der Strom aus Abwasser erzeugt, gebaut. Bei der Reinigung von Fabrikwasser werden täglich 12 000 Kubikmeter Biogas erzeugt, was zur Beheizung von 1 800 Haushalten reicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%