Geschäftsplan nicht realisierbar
Hyundai nimmt nach Streiks Absatzprognose zurück

Der größte koreanische Automobilhersteller Hyundai hat seine Absatzprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert. Besonders in Europa bekommt die Erfolgsstory in diesem Jahr erste Kratzer. Lieferprobleme ausgerechnet im Jahr des WM-Sponsorings machen die Korrektur notwendig.

FRANKFURT. Statt der erwarteten Verkäufe von 4,1 Mill. Autos der Marken Hyundai und Kia geht das Unternehmen nun nur noch von 3,85 bis 3,9 Mill. Wagen aus. Der operative Vorstand des Konzerns, Kim Dong-Jin, begründete die Korrektur mit Produktionsausfällen: Wegen Streiks in Korea im Jui und August „haben wir entschieden, dass unser bestehender Geschäftsplan nicht aufrechterhalten werden kann“, sagte der Manager.

Nach Jahren mit sehr hohen Wachstumsraten ist dies der erste schwere Rückschlag in der aggressiven Expansionsstrategie, durch die sich die Koreaner innerhalb der letzten zehn Jahre von einem Branchenvertreter der zweiten Reihe mit weniger als einer Million verkaufter Autos pro Jahr zum weltweit sechstgrößten Autohersteller gemausert haben. Selbst die gesenkte Absatzprognose in diesem Jahr bedeutet immer noch ein Absatzplus von vier Prozent.

Auch in Europa bekommt die Erfolgsstory in diesem Jahr erste Kratzer. Statt der erwarteten Steigerung wurden im bisherigen Jahresverlauf rund vier Prozent weniger Autos der Marke Hyundai und 3,5 Prozent weniger Kias verkauft. In einem leicht wachsenden Markt fiel der Anteil der Koreaner damit deutlich zurück. Hyundai-Europachef Gerry Dorizas begründete die deutliche Verfehlung der Prognose ebenfalls mit Lieferproblemen: „Wir könnten 15 Prozent mehr Autos verkaufen, sind aber nicht in der Lage zu liefern“, sagte Dorizas dem Handelsblatt. 2006 bezeichnete er als „Jahr der Konsolidierung“ und zeigte sich optimistisch, bis zum Jahresende wieder Boden gut zu machen und die Absatzzahlen des Vorjahres zu erreichen. Bereits für 2007 rechnet er wieder mit einem Plus von bis zu zehn Prozent.

Das Problem der Produktionsengpässe will der Konzern in Europa durch zwei neue Fabriken lösen. In der Slowakei baut die Marke Kia eine neue Produktionsstätte für Klein- und Kompaktwagen mit einer Kapazität von 300 000 Fahrzeugen. Der geplante Fabrikneubau in Tschechien, wo Hyundai einen Golf-Konkurrenten mit einer Stückzahl von bis zu 300 000 bauen will, werde nach einigen Verzögerungen nun Ende des Jahres starten, sagte Dorizas. Im Juli 2008 sollen dort die ersten Autos die Bänder verlassen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr fand Hyundai in den EU- und Efta-Ländern 350 000 Neuwagenkunden

Mit der neuen Fabrik verbindet Dorizas ehrgeizige Ziele. So verspricht er, den Marktanteil der Marke von aktuell 2,1 Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts auf vier Prozent fast zu verdoppeln. Das sei realistisch, weil Hyundai bislang in Volumensegmenten noch nicht mit für Europa attraktiven Produkten präsent sei. Das Engagement als Hauptsponsor der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland habe den Bekanntheitsgrad der Marke deutlich erhöht und damit den Weg für die Expansion bereitet.

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