Geschäftsräume durchsucht
Razzia bei führenden Gasversorgern

Ermittler von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes haben Geschäftsräume von Gasversorgern in Deutschland und vier anderen EU-Ländern durchsucht – betroffen waren davon nach eigenen Angaben auch Eon und RWE. Die Unternehmen stehen unter Verdacht, gegen EU-Wettbewerbsrecht verstoßen zu haben, hieß es am Mittwoch in Brüssel.

HB BRÜSSEL/DÜSSELDORF. Die Kommission selbst nannte am Mittwoch keine Namen der betroffenen Unternehmen. Die Durchsuchungen hätten bereits am Dienstag stattgefunden. Außer in Deutschland seien Unternehmen in Italien, Frankreich, Belgien und Österreich betroffen. In Ungarn durchsuchte die Kommission zudem Geschäftsräume von Stromversorgern.

Die Europäische Kommission hatte bereits im Februar angekündigt, mehr Wettbewerb auf den europäischen Energiemärkten mit Kartellverfahren erzwingen zu wollen. Sie hat dazu eine umfassende Untersuchung gestartet. Diese Branchenuntersuchung soll bis Jahresende abgeschlossen sein.

Ein EU-Sprecher sagte, in den nun eröffneten Verfahren gehe es um Behinderungen beim freien Zugang von Konkurrenten der Marktführer zu Leitungen und Speichern. Auch eine Kartellbildung durch eine Aufteilung der Märkte sei nicht ausgeschlossen. Kroes hatte in der Vergangenheit gegen eine Abschottung der Gas- und Strommärkte durch langfristige Lieferverträge Front gemacht.

Ein Kommissionssprecher betonte, der Ausgang der gerade erst begonnenen Verfahren sei offen. Auch sei noch keine Schuld der Unternehmen bewiesen. Verfahren könnten sich mehrere Jahre hinziehen. Sie hätten keine Auswirkungen auf eventuelle Fusionsprüfungen der Behörde. Die Kommission kann bei Verstößen gegen europäisches Wettbewerbsrecht Geldbußen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen.

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