Geschäftswandel
Bilfinger Berger putzt sich heraus

Nächstes Jahr wird Roland Koch Chef des Baukonzerns. Große operative Probleme drohen ihm nicht: Das Unternehmen fährt Rekordgewinne ein. Doch der Imageschaden durch den Pfusch beim Kölner U-Bahn-Bau lastet dem Konzern immer noch an.
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DÜSSELDORF. Roland Koch darf sich freuen. Wenn der ehemalige Ministerpräsident von Hessen im kommenden Jahr an die Spitze des Baukonzerns Bilfinger Berger rückt, übernimmt er ein gut bestelltes Haus. So sieht es zumindest nach den ersten neun Monaten dieses Jahres aus. "Alle Geschäftsbereiche haben ihr Ergebnis verbessert", sagte Noch-Vorstandschef Herbert Bodner gestern.

Deutschlands zweitgrößter Baukonzern Bilfinger Berger hat nach einem Gewinnschub seine Prognose für das Geschäftsjahr 2010 erneut erhöht. Er rechnet damit, dass statt des prognostizierten Rekordgewinns von 250 Mio. Euro am Ende des Jahres sogar 270 Mio. Euro erreicht verdient werden.

Bodner profitiert davon, dass er das Mannheimer Unternehmen seit Jahren rigoros vom Bau- in einen Dienstleistungskonzern umwandelt. Er tauscht das risikoreiche und margenschwache klassische Baugeschäft gegen das langfristigere und renditestärkere Servicegeschäft ein.

Um diesen Wandel zu beschleunigen will er auch das Australiengeschäft verkaufen. Im Sommer verssuchte er den Börsengang der dortigen Tochtergesellschaft Valemus. Doch kurz vor dem Ziel musste er die Aktion abblasen, weil sich die Kurse an der australischen Börse in einem Tief befanden.

Jetzt ist er wieder optimistischer, dass ihm die Trennung noch gelingt, aber möglicherweise nicht über die Börse. "Wir sind derzeit in Gesprächen mit strategischen Investoren", deutet Bodner gestern an. Er hatte diesen Weg immer als alternative zum Börsengang angesehen, aber im Sommer die Platzierung am Aktienmarkt vorgezogen. Vielleicht schafft er es also, doch noch vor dem Amtsantritt Roland Kochs am 1. Juli 2011 das Australiengeschäft im zweiten Anlauf zu verkaufen und das Geld in die Dienstleistungssparte zu investieren.

Wie sehr sich der Wandel vom Bau- zum Dienstleistungsgeschäft für Bilfinger Berger lohnt, zeigt der Blick in die Sparten. So ist Bodner schon froh, wenn der klassische Baubereich Construction in den ersten neun Monaten schwarzen Zahlen macht: Nach einem Verlust von 89 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, fuhr die Sparte nun einen kleinen Gewinn von 18 Mio. Euro ein.

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