Gescheitertes Rettungspaket
GM vor der Insolvenz – Vorschläge für Opel

Das Ende von General Motors naht. Dem Autobauer geht das Geld aus. Experten rechnen mit einer Insolvenz. Die Lage für Opel verschärft sich. Die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat laut Medienbericht zu Kostensenkungen bereit – wenn die Finanzbeziehungen mit GM gekappt werden. Die Bundesregierung will im Falle des Falles schnell reagieren.

HB DÜSSELDORF. Die Spannung bei Opel steigt, nicht nur die Menschen in Detroit stehen vor finsteren Weihnachten. Denn der schlimmste Fall für die Autobosse in Detroit ist eingetreten. Das Rettungspaket für General Motors, Ford und Chrysler ist im US-Senat gescheitert. Eine Neuauflage wird es in diesem Jahr nicht geben. Nun geht GM das Geld aus, eine Insolvenz droht – und Opel zittert. Die GM-Tochter Opel sieht ihre die eigene Situation unverändert, alle Unternehmen arbeiteten wie gewohnt, sagt eine Sprecherin in Rüsselsheim. Gleichwohl, enttäuscht ist Opel auf jeden Fall. Und: Die Situation für den Opel-Mutterkonzern General Motors werde schwieriger, sagte ein Sprecher in Rüsselsheim. "Es ist eine Frage der Zeitschiene."

Darauf reagieren nun IG Metall und Betriebsrat. Laut Bericht des Fachmagazins "Auto, Motor und Sport" sind Gewerkschaft und Betriebsrat bereit, Opel bei der Reduzierung der Kosten entgegen zu kommen. Aber nur, wenn Opel im Gegenzu bereit ist, die Finanzbeziehungen zu GM zu kappen und die Mitarbeiter über eine Beteiligungsgesellschaft am Unternehmen zu beteiligen. GM verlangt ein Sparprogramm von 750 Millionen Euro für das kommende Jahr und eine Reduzierung der Personalkosten um zehn Prozent.Opel-Betriebsratchef Klaus Franz hat diese Vorschläge der "Auto, Motor und Sport" inzwischen bestätigt. Franz sagte: "Ich gehe davon aus, dass die Arbeitnehmer bereit sind, ihren Beitrag dazu zu leisten. Wir wollen das geforderte Einsparziel von 750 Millionen Euro erbringen."

Auch die Politik will nicht abwarten, bis auch Opel in den Abgrund von GM und Co gezogen wird. Wobei, so Thomas Steg, die Folgen der Entwicklung für Opel oder gar den Mutterkonzern General Motors noch offen seien. Sollte Opel allerdings einen Bürgschaftsrahmen beantragen, könne die Bundesregierung „sehr schnell handeln“. Aber: „Opel hat bisher noch nicht signalisiert, dass aus Sicht des Unternehmens jetzt die Situation eingetreten ist, dass eine Bürgschaft des Bundes benötigt wird“, sagte der Steg . „Insofern müssen wir abwarten.“ Voraussetzung für die Hilfe bleibt laut Steg, dass sie bei den Opel-Standorten in Deutschland ankomme und nicht bei GM versandet. Bereits Mitte November hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bereitschaft der Bundesregierung zur Hilfe unterstrichen. Ob sie nötig sei, hänge von der Entwicklung in den USA ab, hatte die Kanzlerin erklärt.

Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine fordert nach dem gescheiterten Rettungspaket für die US-Autobauer schnelle Staatshilfe für die General-Motors-Tochter Opel. „Die Bundesregierung muss umgehend einen Notfallplan für Opel vorlegen“, sagte er in Berlin. Immer drängender werde die Frage nach den Konsequenzen einer möglichen GM-Insolvenz für Opel. Tausende Arbeitsplätze bei Opel und den Zulieferern stünden auf dem Spiel. „Die Politik muss nach den Beteuerungen der letzten Wochen, dass Opel geholfen werden soll, Ernst machen, um zu verhindern, dass das Versagen der Konzernmutter Opel mit in den Abgrund reißt“, sagte der frühere Bundesfinanzminister.

Der Betriebsratsvorsitzende des Bochumer Opel-Werkes, Rainer Einenkel, hat sein Bedauern über das geplatzte Hilfspaket für die angeschlagene US-Autoindustrie geäußert. "Es wäre schön gewesen, wenn wir endlich ein bisschen Sicherheit bekommen hätten", sagte Einenkel. Ein Drama seien die weggebrochenen Hilfen dennoch nicht. "Für den Fall der Fälle haben wir mit unseren Bürgschaftsbitten bei Bund und Ländern ja bereits vorgesorgt", erklärte der Betriebsrat. Die Gespräche verliefen sehr konstruktiv und er sei voller Hoffnung, dass man bald eine Lösung finde. Es bestehe weiter die Chance, dass Opel auch in Zukunft Autos in Europa bauen werde.

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