Gespräch mit dem MAN-Ferrostaal-Chef Matthias Mitscherlich
"Wir bietet den Mitarbeitern Schulungen in arabischer Kultur"

MAN-Ferrostaal-Chef Matthias Mitscherlich über den Verkauf der Service-Tochter von MAN an Investoren aus Abu Dhabi.

Herr Mitscherlich, in München feiert ihre Firmenmutter MAN ein rauschendes Firmenjubiläum und im gleichen Atemzug werden Sie hier in Essen verkauft. Wie fühlt man sich da?


Nach 80 Jahren Konzernzugehörigkeit ist es sicher nicht das angenehmste, den Konzernverbund verlassen zu müssen. Aber unser Geschäft unterscheidet sich stark von den übrigen Konzerntöchtern Diesel, Lastwagen und Turbomaschinen. Wir haben nicht immer die Synergien heben können, die wir uns alle erhofft haben. Und dann stellte sich die Frage, ob ein neuer Eigentümer das Geschäft nicht besser entwickeln kann.

Ihr neuer Hauptanteilseigner IPIC, ist ein Staatsfonds aus Abu Dhabi. Gab es Vorbehalte gegen den neuen Investor?
Wir haben sofort mit der Politik, unseren Partnern und Kunden Kontakt aufgenommen. Wir haben von allen ein positives Feedback bekommen. Die überwiegende Reaktion lautete: Das ist eine Chance, keine Bedrohung.

Wie wird das Geschäftsmodell der Ferrostaal nach dem IPIC-Einstieg aussehen?
Kern bleiben unsere beiden Standbeine, das Service- und das Projektgeschäft. Das Servicegeschäft, also der Vertrieb von Maschinen sichert uns die globale Präsenz. Im Projektgeschäft konzentrieren wir uns weiter auf den Bau von Kraftwerken, auf petrochemische Anlagen und zunehmend auf die regenerative Energieerzeugung. Unser Wachstumsziel ist klar: 2014 wollen wir vier Milliarden Euro Umsatz machen, heute sind es 1,45 Milliarden.

Hat IPIC bereits erste Projekte mit Ihnen vereinbart?
Abu Dhabi will in den kommenden Jahren den wahrscheinlich größten Chemiekomplex der Welt bauen. Das gesamte Projekt wird ein Investitionsvolumen von 100 Milliarden Dollar haben. Wir haben ein einzigartiges Know-How, solche Projekte zu realisieren und gehen natürlich davon aus, dass wir hier substantiell mitwirken können. Das zweite große Projekt ist der Aufbau einer Solarindustrie in Abu Dhabi, in die in den nächsten zwölf Jahren zehn Milliarden Dollar investiert werden soll. Auch da rechnen wir uns gute Chancen aus. Wir sind ja jetzt so etwas wie ein einheimischer Anbieter, eine Art staatliche Projektgesellschaft.

Abu Dhabi bereitet sich auf die Zeit nach dem Öl vor, und Sie sollen dabei helfen.
Die Erlöse des Landes stammen bereits jetzt zu 60 Prozent aus Investments und dem Tourismus. IPIC hat ein starkes Interesse ins Ausland zu gehen. Wir sind ja nicht deren erste Investition und werden auch nicht die letzte sein. Es wird eine enge Zusammenarbeit mit den übrigen IPIC-Beteiligeungen geben, zum Beispiel mit Borealis und OMV. IPIC ist ein langfristiger und stabiler Investor, dass ist in diesen Zeiten wieder sehr gefragt. Neben Europa werden Zentralasien und Nordafrika ein wichtiger Fokus der Investitionen sein. Die Ferrostaal kann eine Brückenfunktion einnehmen.

Die Schwellenländer holen sich ihren Teil der Wertschöpfung.
Wir haben ja einen Trend zur Migration: Früher sind die Rohstoffe zu den Industrien gegangen. Jetzt gehen die Industrien zu den Rohstoffen, in den Nahen Osten, in Zentralasien und in Südamerika entstehen große verarbeitende Industrien. Überall wächst das Solargeschäft. Da wird jetzt natürlich die USA interessant. Die neue Regierung unter Präsident Obama wird dem Geschäft dort einen gewaltigen Schub geben.

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