Gespräch mit Merkel
Bayer schließt Zerschlagung von Schering aus

Bayer-Vorstandschef Werner Wenning will den Berliner Pharmakonzern Schering nach der geplanten milliardenschweren Übernahme vorerst nicht zerschlagen. Sicher bleibt jedoch der Abbau von tausenden Arbeitsplätzen. Ein Gespräch mit Kanzlerin Merkel soll die Wogen glätten.

HB BERLIN. Der Chef des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer hat wegen des geplanten Kaufs des Wettbewerbers Schering ein Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zu deren Sorge über den Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt. Er verstehe die Sorgen von Merkel, sagte Bayer-Chef Werner Wenning der Zeitung "Bild am Sonntag". Er wolle in den nächsten Tagen mit der Kanzlerin sprechen, um ihr seine Strategie und das Vorgehen zu erläutern.

Bayer hatte am Donnerstag ein Übernahmeangebot im Volumen von 16,3 Milliarden Euro für Schering vorgelegt und damit den Konkurrenten Merck ausgestochen. Durch die Fusion werden wohl tausende Arbeitsplätze verloren gehen. Wenning hatte von einem "Synergiepotenzial von 6000 Menschen" gesprochen.

In einem Interview der Zeitung "Tagesspiegel am Sonntag" sagte Wenning, nach der Übernahme und der Zusammenfassung der Pharmabereiche beider Konzerne solle es keine Verkäufe geben. "Wir haben nach heutiger Betrachtungsweise keine Absicht, hinterher Teile des kombinierten Geschäftes zu verkaufen."

Auchweitere große Übernahmen habe Bayer nicht vor, sagte der Firmenchef der Zeitung "Welt am Sonntag": Wir haben keine Überlegungen, ein anderes großes Unternehmen zu kaufen. Den Erwerb von Produktbereichen schließen wir jedoch nicht aus."

Mit seiner Arzneimittelsparte wolle Bayer nicht in die Liga der internationalen Pharmakonzerne aufsteigen: "Wir haben uns für eine andere Strategie entschieden", sagte Wenning. Beim Geschäft mit Spezialmedikamenten und mit Fachärzten stünden Aufwand und Ertrag in einem günstigeren Verhältnis.

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