Gespräch mit VW-Betriebsrat Osterloh
VW verwirft geplantes Golf-Design

Am Golf hängt das Wohl und Wehe des VW-Konzerns. Im kommenden Jahr rollt die neue Generation des Kompaktwagens zu den Händlern. Noch wird allerdings am Aussehen gefeilt. Denn das, was die Designer unter dem alten Management abgeliefert haben, kam bei Testkunden, dem Betriebsrat und dem neuen Firmenchef gleichermaßen schlecht an.

hz DÜSSELDORF. VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh ist erstmals deutlich auf Distanz zum ursprünglich geplanten Design des kommenden Golf gegangen. „In Clinicstudien – das sind Veranstaltungen, bei denen sich Menschen neue Autos ansehen und sie bewerten – konnten die Testpersonen den geplanten Golf nicht zweifelsfrei als Volkswagen identifizieren. Ihm fehlte das unverwechselbare Gesicht“, sagte Osterloh dem Handelsblatt. Der oberste Arbeitnehmervertreter von VW übt damit massive Kritik an der Arbeit des alten VW-Führungsduos um VW-Chef Bernd Pischetsrieder und Markenchef Wolfgang Bernhard, der bis zu seinem Ausscheiden im Februar für die Entwicklung des Wagens zuständig war.

Der neue Golf startet 2008 und ist das wichtigste Modell der Marke. Derzeit wird der Wagen auf Anweisung des neuen VW-Chefs Martin Winterkorn vom ebenfalls neuen Designteam um Walter de Silva überarbeitet. „Ich glaube, dass der Entwurf von de Silva eher das repräsentiert, was den Anspruch des Golf ausmacht.“ Der Golf steht für ein Fünftel des VW-Absatzes.

Osterloh deutete an, dass der Wagen durch die Überarbeitung etwas teurer in der Entwicklung werden könnte, verteidigte die Entscheidung aber. „Wir haben ein Controlling bei Volkswagen, das sicherstellt, dass die Änderungskosten die Rendite nicht gefährden.“ Aber wenn das Auto so wieder den Wert der Marke vermittele, und VW nach den Änderungen mehr Autos verkaufe, dann sei dies der richtige Weg.

Der Neustart des Golf im Jahr 2008 wird damit für den neuen VW-Chef Martin Winterkorn, der sich am Donnerstag in Hamburg den Aktionären stellt, zum ersten entscheidenden Prüfstein. Die Bewährungsprobe für das neue Management „wird die große Produktaufwertung des Golf sein“, sagte Osterloh.

Der neue Kompaktwagen solle für die Mitbewerber das Maß der Dinge sein und werde „Alleinstellungsmerkmale für seine Klasse und darüber hinaus“ haben. „Das sind technische Ausstattungen, die die Konkurrenz nicht hat. Und die eben den feinen Unterschied ausmachen.“

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