Gespräche beendet
GM-Allianz mit Renault-Nissan vom Tisch

Die Autobauer General Motors (GM), Renault und Nissan Motor haben ihre Gespräche über eine mögliche Dreier-Allianz abgebrochen. Dabei war man sich bei allen Parteien sehr wohl im Klaren darüber, dass ein Zusammenschluss deutliche Synergien geschaffen hätte. Der Streitpunkt war ein anderer.

HB DETROIT. Die Unternehmen seien sich nicht einig geworden, ob sie von den erwarteten Synergieeffekten gleichermaßen profitieren würden, hieß es am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung. Der GM-Großaktionär und Initiator der Bündnissondierungen, Kirk Kerkorian, zeigte sich enttäuscht über den Abbruch der Gespräche mit den französischen und japanischen Konkurrenten. Das Ende der Bündnispläne nährte Spekulationen, Renault und Nissan könnten sich nun um ein Zusammengehen mit dem angeschlagenen zweitgrößten US-Autobauer Ford bemühen.

Als einen Hauptgrund für das Scheitern der Gespräche nannten die Firmen die Weigerung von Renault und Nissan, eine von GM als Vorbedingung für den Zusammenschluss geforderte Kompensation zu zahlen. Nach Ansicht von Renault und Nissan laufe eine solche Zahlung dem Geist einer erfolgreichen Kooperation zuwider, hieß es in der Erklärung. GM habe die Kompensation als Gegenleistung für die Zusage verlangt, keine anderen Bündnisse einzugehen. Das „Wall Street Journal“ hatte vergangene Woche berichtet, GM fordere mit Blick auf seinen größeren Wert eine Milliardenzahlung. Das US-Unternehmen ist der größte Autobauer der Welt. Die GM-Aktie schloss am Mittwoch nach anfänglichen Verlusten von fast zwei Prozent 0,15 Prozent im Minus.

Nissan offen für Fusion im US-Markt

GM-Chef Rick Wagoner sagte, das Direktorium des Konzerns habe sich einstimmig gegen die Dreier-Allianz entschieden. Das Bündnis hätte GM möglicherweise von seinen Sanierungsbemühungen abgelenkt, fügte er hinzu. Der US-Konzern sei aber weiter für Bündnisse mit anderen Autoherstellern offen. GM leidet unter anderem unter riesigen Pensions-Lasten und einem drastisch sinkenden Marktanteil in den USA. 2005 fuhr es einen Verlust von 10,6 Mrd. Dollar ein.

Ford lehnte eine Stellungnahme zu Spekulationen über bevorstehende Kooperationsgespräche mit Renault-Nissan ab. Eine Nissan-Sprecherin sagte, die französisch-japanische Gruppe sei Offen für eine Fusion im US-Markt, werde sich aber nicht aktiv darum bemühen. Die Ford-Aktie legte im New Yorker Handel vier Prozent zu.

Seite 1:

GM-Allianz mit Renault-Nissan vom Tisch

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%