Gespräche mit Daimler-Chrysler
MTU Aero ist eine heiß begehrte Braut

Obwohl der offizielle Verkaufsprozess noch gar nicht begonnen hat, stehen die Interessenten für eine Übernahme der Triebwerkstochter von Daimler-Chrysler, der Münchener MTU Aero Engines, Schlange.

jkn FRANKFURT/M. Wie in Finanzkreisen zu hören ist, haben neben dem US-Finanzinvestor Carlyle auch die Privat-Equity-Häuser J.F. Lehman, Doughty Hanson, Blackstone Group und Kohlberg Kravis Roberts (KKR) Interesse an MTU bekundet.

Am Mittwoch hatte Carlyle gegenüber dem Handelsblatt bestätigt, Gespräche mit Daimler-Chrysler über MTU zu führen. Carlyle will MTU mit der in dieser Woche erworbenen Fiat-Triebwerkstochter Fiat Avio verschmelzen. Das fusionierte Unternehmen hätte als großer europäischer Zulieferer gegenüber der Flugzeugindustrie eine bessere Position.

Allerdings steht Carlyle mit der Idee einer Branchenkonsolidierung, die seit langem auch innerhalb der Flugzeugindustrie diskutiert wird, nicht alleine. So ist in Finanzkreisen zu hören, dass auch Doughty Hanson einen ähnlichen Plan in der Schublade hat, allerdings in einer transatlantischen Version. Danach könnte der britische Finanzinvestor MTU Aero Engines mit der Beteiligung Dunlop Standard Aerospace Group fusionieren. Das kanadische Unternehmen ist einer der größten Spezialisten für Triebwerks-Überholung und -Service.

Bevor Daimler-Chrysler jedoch den Verkaufsprozess starten kann, müssen die beiden wichtigsten Kunden von MTU, Pratt & Withney und General Electric, einem Verkauf zustimmen. Dieses Recht haben sich die beiden Konzerne in den langfristigen Lieferverträgen einräumen lassen. Ein weiteres Hindernis könnte die Bundesregierung sein. Sie dürfte bei einem Verkauf genau hinschauen, da ein großer Teil der MTU-Komponenten auch in deutsche Rüstungsgüter gehen.

Daimler-Chrysler hat die Investmentbank JP Morgan mit dem Verkauf von MTU betraut. Angeblich soll Daimler mit einem Erlös von rund 1,8 Mrd. Euro rechnen.

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