Gespräche mit Delphi laufen
Stellenabbau bei GM und Ford greift

Die Autokonzerne General Motors (GM) und Ford kommen bei ihrem geplanten massiven Stellenabbau in den USA besser voran als erwartet.

HB FRANKFURT. Nach Angaben der US-Gewerkschaft UAW unterschrieben bereits 25 000 GM-Mitarbeiter Verträge über ihr freiwilliges Ausscheiden per Abfindungsangebot. Ford erwartet nach eigenen Angaben, dieses Jahr 11 000 Arbeiter zur Vertragsunterschrift bewegen zu können. Ursprünglich habe Ford nur mit 6 000 gerechnet.

GM und Ford wollen sich im Rahmen ihrer Sanierungsprogramme in den kommenden Jahren von jeweils rund 30 000 Mitarbeitern trennen und zahlreiche Werke schließen. Ford hat eine Belegschaft in Nordamerika von 123 000 Mitarbeitern, GM beschäftigt 131 000 Arbeiter in den USA. Angesichts der unerwartet hohen Resonanz auf die Abfindungsangebote können die US-Konzerne Teile des geplanten Stellenabbaus nun vorzeitig umsetzen. Die große Abfindungsofferte an die GM-Beschäftigten läuft Ende dieser Woche aus.

Vor allem GM-Boss Rick Wagoner kann angesichts des großen Interesses am Abfindungsprogramm nun seine Kostenstrukturen schneller als geplant verbessern. Wagoner hatte in den vergangenen Wochen bereits angedeutet, dass in diesem Falle die Investitionen in neue Modelle noch erhöht würden. GM leidet in den USA unter massiven Überkapazitäten in der Autoproduktion. Nach den von GM ausgehandelten Tarifverträgen ist es allerdings rechtlich fast unmöglich, den Werksmitarbeitern zu kündigen. Nach langen Verhandlungen mit der Automobil-Gewerkschaft UAW drückte Wagoner Ende März das Abfindungsprogramm durch, das Zahlungen zwischen 35 000 und 140 000 Dollar vorsieht. Der angeschlagene Autokonzern will bis 2008 insgesamt 30 000 Stellen abbauen und zwölf Werke schließen. „GM braucht derzeit Größe 38, steckt aber noch in einem Anzug für Kleidergröße 48“, umschreibt Unternehmensberater John Casesa das Dilemma des US-Konzerns.

Analysten reagierten positiv auf die Fortschritte beim Stellenabbau. Die kurzfristig steigenden Aufwendungen wegen der Abfindungszahlungen würden rasch von den sinkenden Personalkosten überkompensiert, sagte ein Experte. GM habe damit die Chance, auf dem Heimatmarkt schneller wieder wettbewerbsfähig zu werden. Der größte Autokonzern der Welt steckt derzeit in der wohl schärfsten Krise seiner Geschichte und schrieb im vergangenen Jahr einen Verlust von mehr als zehn Mrd. Dollar in den USA. Ende November hatte Wagoner daraufhin angekündigt, wegen hoher Überkapazitäten und massiver Absatzprobleme den Sparkurs zu verschärfen.

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