Gespräche mit Fairchild Dornier über Regional-Großjet
Bombardier prüft Standort in Deutschland

Der kanadische Flugzeugbauer Bombardier prüft für die Fertigung des geplanten großen Regionaljets mit bis zu 135 Sitzen auch den Standort Deutschland. Das bestätigte Gary Scott, Präsident von Bombardier Aerospace, dem Handelsblatt am Rande der Luftfahrtmesse im englischen Farnborough.

FARNBOROUGH Bombardier ist erneut an den insolventen deutschen Regionalflugzeugbauer Fairchild Dornier herangetreten. „Die Signale sind momentan aber eher negativ“, dämpft der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Prager die Hoffnungen für den Dornier-Standort Oberpfaffenhofen.

Bombardier-Manager Scott hält einen deutschen Zusammenbau der erstmals in Farnborough angekündigten neuen C–Serie jedoch für denkbar. „Ich würde das nicht ausschließen“, sagt Scott, „wir sind dafür sehr offen.“ Das Regionaljet-Modell von Dornier würde sehr gut zu den Plänen passen, sagt auch ein Insider in Farnborough: „Bombardier würde Entwicklungskosten sparen und hätte einen guten Standort.“

Vor zwei Jahren hatten die Kanadier bereits bei Fairchild Dornier angeklopft und sich für die Modellreihe 728 mit bis zu 105 Passagieren interessiert. Aus den Plänen war aber nichts geworden, da Bombardier nach eigenen Angaben weitere 1,4 Mrd. Dollar in die Entwicklung hätte investieren müssen. Die Kosten der neuen Serie werden von Scott mit zwei Mrd. Dollar angeben.

Das 728-Programm wurde letztlich vom chinesischen Mischkonzern D’Long übernommen, der inzwischen aber selbst in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Mitte Juni hat Fairchild Dornier Insolvenzantrag gestellt. Seitdem sucht D’Long nach Investoren. Die Chinesen wollten in Oberpfaffenhofen einen Jet mit 70 bis 85 Sitzen bauen.

Trotz der deutschen Pleite sieht Bombardier keine Krise für Regionaljets. Im Gegenteil: Für Flugzeuge mit 100 bis 150 Passagieren gebe es in den kommenden 20 Jahren ein Marktvolumen von 250 Mrd. Dollar und einen Bedarf von 6 000 Maschinen. Scott: „Davon wollen wir mindestens die Hälfte liefern.“ Damit greift die Nummer drei der Flugzeugbauer erstmals direkt die beiden führenden Hersteller Airbus und Boeing an, deren kleinste Modelle rund 106 Sitze haben.

Seite 1:

Bombardier prüft Standort in Deutschland

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%