Gespräche mit MAN aufgenommen
Investor kauft Scania-Anteile zu

Die Beteiligungsgesellschaft Investor sieht offenbar gute Chancen für Scania. Der Scania-Großaktionär hat seinen Stimmrechtsanteil an dem schwedischen Lkw-Bauer erhöht. Analysten haben auch schon eine Meinung darüber, was das für die MAN-Übernahmeofferte an Scania heißt.

HB HAMBURG/MüNCHEN. Investor meldete am Dienstag den Kauf von 820 000 Scania-Aktien der Serie A und den Verkauf seiner gesamten 490 893 Scania-Aktien der Serie B. Die Aktien der Serie A haben ein zehn mal höheres Stimmgewicht als die der Serie B. Vor den Transaktionen verfügte Investor über 19,3 Prozent der Scania-Stimmrechte, jetzt sind es 20,01 Prozent.

Der Kapital-Anteil liege nun bei 11 Prozent nach 10,8 Prozent, teilte die schwedische Investorengruppe am Dienstag mit. Der Zukauf zeige das Vertrauen Investors' in die Aussichten von Scania, hieß es in einer Mitteilung der Gruppe am Dienstag. Bereits am Mittag war bekannt geworden, dass die schwedische Investmentbank Enskilda drei große Blöcke von Scania-Aktien gehandelt hatte.

Unangefochten wichtigster Scania-Aktionär ist weiterhin Volkswagen mit 34 Prozent der Stimmrechte. VW hält auch rund 20 Prozent an MAN und setzte dem Münchner Konzern eine mehrwöchige Frist bis Mitte November, sich mit Investor zu einigen. VW will eine Nutzfahrzeug- Allianz aus den drei Herstellern schmieden.

Der Münchener Lkw-Konzern MAN hat ein Übernahmeangebot für Scania in Höhe von 10,3 Mrd. Euro vorgelegt, das sowohl Investor wie auch die Scania-Führung als zu niedrig abgelehnt haben. Volkswagen als größter Aktionär von Scania strebt wie MAN eine einvernehmliche Lösung für eine Allianz der beiden Lkw-Bauer an. Die Wolfsburger haben MAN bis zum 17. November Zeit gegeben, um eine Einigung mit Scania herbeizuführen. Danach will der Hauptaktionär entscheiden, ob er auch eine feindliche Übernahme unterstützt.

Volkswagen bekräftigte am Dienstag seine Präferenz für eine friedliche Lösung. Daran ändere sich durch die Umschichtung der Scania-Anteile von Investor nichts, betonte eine Volkswagen-Sprecherin in Wolfsburg. MAN erklärte, der Konzern stehe nach wie vor zu seinem Angebot für Scania.

Einige Analysten werteten den Schritt von Investor als ablehnendes Signal an MAN. „Das zeigt wie stark sich Investor gegen eine MAN-Offerte stellt“, sagte Rolf Woller von der HVB. Nach Ansicht von M.M.Warburg-Analyst Marc-Rene Tonn dagegen will Investor damit seine eigenen Interessen bei Scania besser verfolgen können. Es werde vor allem darum gehen, einen möglichst hohen Anteil an einem Gemeinschaftsunternehmen Scania-MAN zu erzielen bzw. einen möglichst hohen Preis für die Aktien zu erhalten, so Tonn.

Gleichzeitig hat Investor hat nach eigenen Angaben Kontakt mit MAN aufgenommen. Ein Sprecher der Investorengruppe sagte am Dienstag, Investor habe mit den beteiligten Parteien Gespräche geführt. „Mit Volkswagen haben wir bereits eine Beziehung, deshalb geht es vor allem um MAN“, ergänzte er. MAN wollte sich zunächst nicht zu der Kontaktaufnahme äußern.

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