Gespräche zwischen Nordmilch und Humana
Großmolkereien machen sich fit für Europa

In Deutschland könnte ein neuer Milchriese entstehen. Die deutschen Großmolkereien Nordmilch und Humana reden bereits über eine Allianz - doch auch eine Fusion beider ist möglich.

HB BREMEN/EVERSWINKEL. Eine Vertreterversammlung habe ihn am Dienstag mit „einem robusten Mandat“ für Verhandlungen über eine strategische Allianz beider Unternehmen ausgestattet, sagte Nordmilch-Vorstand Stephan Tomat am Dienstag in Bremen. Das schließe auch eine Fusion nicht aus. Nordmilch und Humana sind die größten deutschen Milchverarbeiter. Beide sehen sich vor einem verschärften internationalen Wettbewerb. Gemeinsam erwirtschaften sie einen Jahresumsatz von rund 4,5 Mrd. €.

„Bis auf Müller-Milch ist in Deutschland bisher keiner fit für Europa“, sagte Tomat. Ziel sei daher, „dass wir uns in den nächsten zwei Jahren robust für Europa aufstellen“. Wenn es zu einer Milch- Allianz zwischen der Nordmilch eG (Bremen) und der Humana Milchunion (Everswinkel, Nordrhein-Westfalen) komme, werde sie mehr sein als ein lockeres Miteinander. Ob es tatsächlich passiere, werde sich in den kommenden Monaten entscheiden. Eine Vertreterversammlung der Humana eG wird das Thema an diesem Mittwoch erörtern.

Nordmilch und Humana arbeiten bereits bei der Verarbeitung von Molke zusammen. Unterschriftsreif sind nach den Angaben Tomats zudem Verträge über den Betrieb eines gemeinsamen „Kompetenzzentrums Eis“. Bei der Eisproduktion wollen die Partner künftig mit 20 % Marktanteil die Nummer drei der deutschen Eishersteller hinter Langnese und Nestlé/Schöller werden.

Die Restrukturierung der unter wirtschaftlichen Druck geratenen Nordmilch ist nach den Angaben des Vorstands auf gutem Wege. Nach der am Dienstag von der Vertreterversammlung gebilligten Gewinn- und Verlustrechnung 2003 schlagen die Kosten dafür mit rund 88 Mill. € zu Buche. Dazu kommen nach den Schätzungen des Vorstands 30 Mill. € umbaubedingte Investitionen. Der Umbau betreffe etwa 1700 Beschäftigte - rund ein Drittel der Konzernbelegschaft. Wenn alles optimal laufe, könne die Hälfte von ihnen auf einen neuen Arbeitsplatz wechseln.

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