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14.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 16:12 Uhr 

Die Sehnsucht nach westlichem Lebensstil stand auch hinter dem wochenlangen Streik, der den gut 16 000 Dacia-Arbeitern am Schluss ein monatliches Einkommensplus von gut 130 Euro brachte. "Wir haben unterschätzt, wie schnell die Ansprüche der Rumänen steigen", gibt Dacia-Aufseher Estève zu.

Die Pferdefuhrwerke hat der Logan von Bukarests Straßen schon fast verdrängt. "Der Wohlstand nimmt enorm zu", sagt auch Continental-Vorstand Alan Hippe. "Rumänien ist jetzt bereits ein wichtiger Markt. Wir verkaufen bereits einen ordentlichen Anteil an Premiumreifen."

Der Dax-Konzern aus Hannover betreibt eine Reifenfabrik in Timisoara, ganz im Westen des Landes, an der Grenze zu Ungarn. Von dort stammen auch die Reifen für Logan und Sandero. "Als Unternehmen entwickeln wir die Wirtschaftskraft mit", sagt Hippe: Conti stelle Mitarbeiter ein und bezahle sie gut.

Trotzdem ist der Abstand noch so groß, dass Rumänien als Produktionsstandort attraktiv ist. Der Handyhersteller Nokia verlagert seine Bochumer Fabrik hierher; Daimler denkt über den Bau von A- und B-Klasse-Varianten nach. Noch diesen Monat wollen die Stuttgarter ihren Standort in Osteuropa festlegen.

"Die Arbeitskosten pro Stunde betragen 40 Prozent des EU-Durchschnitts", sagt Florin Pogonaru, Chef des rumänischen Unternehmerverbandes. Der gesetzliche Mindestlohn liegt bei 240 Euro. Im Schnitt verdienen Rumänen etwas mehr als 400 Euro. In Ungarn ist es schon mehr als das Doppelte.

Konzerne wie Conti oder Renault lassen viele Rumänen von einer besseren Zukunft träumen. 120 000 Menschen beschäftige die Dacia-Produktion inklusive Zulieferer, sagt Renault-Manager Estève. Rund eine Milliarde Euro haben die Franzosen in die Fabrik in Pitesti, 120 Kilometer westlich von Bukarest, investiert.

420 000 Autos liefen dort 2007 vom Band. Bausätze des Logan gehen von hier aus an Fabriken in Russland, Iran, Marokko, Brasilien, Kolumbien, Indien und bald auch Südafrika. "Der Engpass liegt nicht im Verkauf, sondern in der Produktion. Wir müssen die Produktion in Rumänien ausweiten, weil wir kaum nachkommen", frohlockt Patrick Pélata, operativer Chef des Renault-Konzerns.

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