Gesundheitskonzern
Fresenius-Aufseher beraten über neue Rhön-Offerte

Eine Entscheidung über den zweiten Anlauf zur Übernahme von Rhön-Klinikum könnte in dieser Woche fallen, berichten Insider. Allerdings müsste auch die BaFin grünes Licht geben, wenn Fresenius innerhalb eines Jahres erneut bietet.
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FrankfurtBeim Gesundheitskonzern Fresenius rückt eine Entscheidung über einen zweiten Anlauf zur Übernahme von Rhön-Klinikum näher. In dieser Woche werde sich der Fresenius-Aufsichtsrat mit dem Thema befassen, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Dienstag zu Reuters. Ob das Gremium grünes Licht für ein neues Angebot gebe, sei jedoch nicht vorherzusehen. "Es kann in beide Richtungen ausgehen", sagte einer der Insider. Auch mit dem Rhön-Vorstand, der einem zweiten Angebot zustimmen muss, gebe es noch keine Einigung, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen.

Neben dem Rhön-Vorstand müsste auch die Finanzaufsicht BaFin grünes Licht geben, wenn Fresenius innerhalb eines Jahres erneut für Rhön-Klinikum bietet. Bisher habe Fresenius noch keinen Antrag bei der BaFin eingereicht, sagten zwei Insider. Sie widersprachen damit einem Bericht des Anleger-Informationsdienstes "Platow Brief", der am Dienstagabend von einem Antrag von Fresenius berichtet hatte. Die BaFin und beide Unternehmen wollten sich nicht äußern.

Der erste Versuch, Rhön-Klinikum für 3,1 Milliarden Euro zu schlucken, war Ende Juni gescheitert, weil Fresenius nicht wie angestrebt 90 Prozent der Rhön-Aktien einsammelte. Diese Hürde hatte Fresenius-Chef Schneider gesetzt, weil er laut der Rhön-Satzung nur so Kapitalmaßnahmen und Satzungsänderungen durchsetzen kann. Falls Fresenius einen zweiten Übernahmeversuch wagt, wird sich der Konzern vermutlich zunächst mit einer Mehrheit mit 50 Prozent plus einer Aktie zufriedengeben geben, sagten drei mit dem Prozess vertraute Personen.

Mit einer einfachen Mehrheit hätte Fresenius zwar bei Abstimmungen über die Dividende oder die Besetzung des Aufsichtsrats eine Mehrheit, könnte Rhön-Klinikum jedoch zunächst nicht integrieren. Deshalb würde Fresenius Insidern zufolge mittelfristig versuchen, über die 90-Prozent-Schwelle zu kommen. Fresenius hat angekündigt, noch im August über einen zweiten Anlauf bei Rhön-Klinikum entscheiden zu wollen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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