Gesundheitskonzern
Fresenius-Chef will bei Übernahmen einen Gang zurückschalten

Drei große Zukäufe reichen vorerst: Der Gesundheitskonzern Fresenius integriert in der nächsten Zeit erst mal die jüngsten Zukäufe, anstatt weitere Unternehmen zu kaufen – obwohl das finanziell machbar wäre.
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FrankfurtDer Gesundheitskonzern Fresenius will es nach drei großen Zukäufen künftig etwas langsamer angehen lassen. Finanziell könnte sich das Unternehmen weitere Zukäufe zwar leisten, sagte Vorstandschef Stephan Sturm am Freitag auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Das Management sei in der nächsten Zeit mit der Integration der jüngsten Zukäufe aber gut ausgelastet. „Wir sollten das, was wir abgebissen haben, erst ordentlich zerkauen und dann auch verdauen“, sagte Sturm. „Und wenn das alles nach unseren Vorstellungen so kommt und es auch sehr schmackhaft ist, dann würden wir uns für eine mögliche Verwendung der vorhandenen Kriegskasse stark machen.“

Der frühere Investmentbanker Sturm hat seit der Übernahme des Chefsessels im Juli 2016 ein hohes Tempo vorgelegt und die zwei größten Übernahmen in der Geschichte des Unternehmens eingefädelt. Die 5,8 Milliarden Euro schwere Übernahme des spanischen Klinikbetreibers Quironsalud hat der Konzern bereits Ende Januar abgeschlossen, der 4,4 Milliarden Euro schwere Kauf des US-Generikakonzerns Akron soll bis Anfang 2018 eingetütet werden. Zudem kauft Fresenius dem Darmstädter Pharmakonzern Merck dessen Geschäft mit Biosimilars ab, also mit Nachahmer-Medikamenten von Biotech-Arzneien.

Eine engere Kooperation oder eine Übernahme des Krankenhaus-Zulieferers B. Braun, der maßgeblich an Rhön-Klinikum beteiligt ist, ist laut Sturm nicht geplant. „Ich denke, wir sollte es bei einem Wettbewerbsverhältnis belassen und wirklich nur sehr selektiv, aber nicht im Krankenhausbereich, miteinander zusammenarbeiten.“ Auch das Geschäft mit Schönheitsoperationen wolle Fresenius nicht gezielt ausbauen. „Das ist mit Sicherheit nicht unsere Stärke“, sagte der Vorstandschef. „Das können Sie auch sehen, zumindest bei mir – ich habe da nichts machen lassen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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