Gesundheitskonzern
Fresenius füllt die Übernahmekasse

Der Gesundheitskonzern verdient im ersten Halbjahr ein Fünftel mehr. Die Kriegskasse ist gut gefüllt. Und die braucht der Konzern: Vorstandschef Schneider will den Übernahmekampf um Rhön-Klinikum weiter treiben.
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FrankfurtDer Gesundheitskonzern Fresenius demonstriert im Übernahmekampf um Rhön-Klinikum Stärke. Das Unternehmen aus Bad Homburg baute seinen Gewinn im ersten Halbjahr kräftig aus - unter anderem dank florierender Geschäfte mit Nachahmermedikamenten in den USA. "Im ersten Halbjahr haben wir bei Umsatz und Ergebnis erneut Bestwerte erreicht", sagte Fresenius-Chef Ulf Schneider am Mittwoch. Für 2012 bekräftigte Schneider die Prognose des Konzerns, die er im Juni bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben hatte.

Der hessische Konzern betonte zudem, dass er weiter einen zweiten Anlauf zur Übernahme des Konkurrenten Rhön-Klinikum auslotet. "Fresenius ist weiterhin von den Vorteilen eines Zusammenschlusses von Rhön-Klinikum und (der Fresenius-Krankenhaustochter) Helios überzeugt und prüft Handlungsmöglichkeiten." Der erste Versuch, Rhön zu übernehmen, war Ende Juni gescheitert, weil Fresenius nicht die angestrebten gut 90 Prozent der Aktien einsammelte. Diese Hürde hatte Schneider gesetzt, weil diese Zustimmungsquote in der Rhön-Satzung für viele wichtige Entscheidungen vorgesehen ist.

Zuletzt hat Fresenius nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters neue Wege für eine Übernahme von Rhön sondiert - und könnte sich dabei mit einer Mehrheit von 50 Prozent plus einer Aktie zufrieden geben. Dem Übernahmeziel Rhön-Klinikum setzt die unklare Situation über seine Zukunft im Gegensatz zu Fresenius kräftig zu. Der Gewinn der fränkischen Klinikkette brach im ersten Halbjahr ein, wofür das Unternehmen unter anderem die im ersten Anlauf geplatzte Übernahme verantwortlich macht.

Bei Fresenius ist von Schwäche dagegen nichts zu spüren. Der Gewinn kletterte im ersten Halbjahr um ein Fünftel auf 434 Millionen Euro, der Umsatz um 17 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr soll der Gewinn währungsbereinigt um 14 bis 16 Prozent steigen, der Umsatz um zwölf bis 14 Prozent.

Fresenius profitiert derzeit vor allem von der guten Entwicklung der Tochter Kabi, die auf intravenös zu verabreichende Generika spezialisiert ist und in den USA auch von den Pannen der Konkurrenz profitiert. Beim Narkosemittel Propofol, das in Amerika über 50 Millionen Mal pro Jahr verabreicht wird, hat Fresenius seit einiger Zeit ein Monopol, weil der Konkurrent Hospira zuletzt nicht liefern konnte und Teva sich ganz aus dem Markt zurückgezogen hat.

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