Gesundheitskonzern
Fresenius will Wandelanleihe ohne Verwässerungseffekt

Am Kapitalmarkt geht der Gesundheitskonzern Fresenius neue Wege: Das Unternehmen begibt eine millionenschwere Wandelanleihe, ohne dafür künftig neue Aktien ausgeben zu müssen.
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FrankfurtDer Gesundheitskonzern Fresenius geht am Kapitalmarkt neue Wege. Das Bad Homburger Unternehmen hat eine 500 Millionen Euro schwere Wandelanleihe begeben, ohne dass es dafür künftig neue Aktien ausgeben muss. „Auf die Idee ist unseres Wissens bisher noch keiner gekommen“, sagte ein Fresenius-Sprecher am Dienstag. Der Trick: Der Konzern kommt um eine Kapitalerhöhung am Ende der Laufzeit im Jahr 2019 herum, indem er schon jetzt Kaufoptionen auf eigene Aktien kauft. Damit wird die Position der heutigen Aktionäre nicht verwässert.

Die Anleihe ist der letzte Baustein zur Finanzierung der gut drei Milliarden Euro schweren Übernahme großer Teile der Rhön-Klinikum AG. Dafür lägen die Finanzierungskosten bei insgesamt rund 3,5 Prozent - statt der erwarteten fünf Prozent, bilanzierte der Sprecher. Fresenius hatte den Kauf der Rhön-Kliniken nicht mit einem großen Kredit- oder Anleihe-Paket finanziert, sondern mit mehreren kleinen Kapital-Instrumenten.

Käufer der Wandelanleihe wetten damit praktisch auf einen Kursanstieg der Fresenius-Aktien in den nächsten fünf Jahren um 35 Prozent. Vergleichswert dafür ist der Durchschnittskurs vom 19. März und der nächsten neun Handelstage. Das Papier stieß auf so hohe Nachfrage bei Investoren, dass es um 125 Millionen Euro aufgestockt werden konnte und Fresenius während der Laufzeit nicht einmal eine Verzinsung dafür bieten muss. Angeboten worden war die Wandelanleihe noch mit einem Kupon von 0,1 bis 0,9 Prozent, ausgegeben wurde sie mit null Prozent. Sie sei mehrfach überzeichnet gewesen. „Der Appetit der Investoren ist zurzeit sehr hoch“, sagte der Sprecher. „Alles in allem ist der Bond für uns vergleichbar teuer, wenn nicht sogar günstiger als eine normale Anleihe.“ Begleitet wurde die Platzierung von der Credit Suisse.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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