Getränkeabfüllanlagen-Hersteller
Krise trifft Krones mit voller Wucht

Die weltweite Konjunkturkrise hat den Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones im ersten Halbjahr 2009 tief in die roten Zahlen gedrückt. Der Umsatz des Konzerns brach in diesem Zeitraum gewaltig ein.

HB NEUTRAUBLING. Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones sieht Licht am Ende des Tunnels. Im zweiten Quartal stabilisierte sich der Auftragseingang und die Sparmaßnahmen zeigten erste Wirkung. „Es sieht so aus, als ob wir das Schlimmste überstanden hätten“, sagte Finanzchef Hans-Jürgen Thaus am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der aufflammende Preiskampf führte letztlich jedoch zum zweiten Mal in Folge zu roten Zahlen und machte jegliche Hoffnung auf eine Rückkehr in die Gewinnzone bis zum Jahresende zunichte. „Da könnte noch die eine oder andere Mio. Euro Verlust dazukommen“, warnte Thaus.

Die Börsianer nahmen die Wiederbelebung der Nachfrage positiv zur Kenntnis, störten sich aber an der Aussicht auf tiefrote Zahlen im Gesamtjahr. Die Aktie lag in einem starken Markt leicht im Minus. WestLB-Analyst Achim Henke gab zu bedenken, dass der Verzicht auf Stellenstreichungen auch in den kommenden Quartalen die Marge belasten werde. Von der Entscheidung abrücken will Finanzchef Thaus indes nicht: „Wir werden alles daran setzen, unsere Stammbelegschaft zu halten.“

Derzeit ist aber nur wenig zu tun: Der Umsatz schrumpfte im zweiten Quartal verglichen zum Vorjahr um 27 Prozent auf 442 Mio. Euro. Da der Bestellrückgang jedoch gestoppt ist, rechnet Thaus damit, dass das Gesamtjahr weniger dramatisch ausfällt als bislang erwartet. Statt 25 Prozent Umsatzschwund kalkuliert er nun im besten Falle mit noch 20 Prozent. „Das dritte Quartal wird noch mal schwierig, für das vierte bin ich zuversichtlich.“ Im September findet die wichtige Branchenmesse drinktec statt.

Bei Krones arbeiten gut 10 000 Menschen, der Großteil davon in Deutschland. Seit Monatsbeginn herrscht Kurzarbeit. Das ist Teil des Programms, mit dem der Konzern ursprünglich 100 Mio. Euro in diesem Jahr einsparen wollte. Erreicht werden laut Thaus nun 130 bis 140 Mio. Euro. Doch das reichte bis zuletzt nicht, um die Verluste auszugleichen. Im zweiten Quartal verdoppelte sich das Minus gegenüber dem ersten Quartal unterm Strich auf 10,9 Mio. Euro. Bis Ende Juni summierte sich der Verlust damit auf 16,0 Mio. Euro.

Im vergangenen Jahr hatte Krones noch Rekordzahlen eingefahren: Der Umsatz stieg auf 2,4 Mrd. Euro und der Überschuss auf 107 Mio. Euro. Am Anfang diesen Jahres kam dann der jähe Absturz. Das Unternehmen stellt hauptsächlich Abfüll- und Etikettiermaschinen für die Nahrungsmittel-Industrie her, die eigentlich als konjunkturresistent gilt. Thaus zeigte sich optimistisch, dass die schwere Zeit 2010 vorüber ist: „Im kommenden Jahr können wir wieder Wachstum erwarten und eine Erholung der Preise.“

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