Getränkeverpackungen
Die heikle Rückkehr der Dose

Mit der Einführung des Dosenpfands galt das Ende der Dose als beschlossene Sache. Doch nun legt die einst verpönte Verpackung wieder zu. Schon verkündet der Hersteller Ball das Comeback der Dose. Doch die großen Getränkefirmen halten sich noch zurück.
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DÜSSELDORF. Das Jahr 2010 soll in Erinnerung bleiben als das Jahr, in dem die Getränkedose nach Deutschland zurückgekehrt ist. Das wünschen sich zumindest die Hersteller der umstrittenen Verpackung. Insgesamt würde im zu Ende gehenden Jahr eine Milliarde Getränkedosen in Deutschland verkauft, sagte Gerrit Heske, Europachef des Dosenproduzenten Ball, dem Handelsblatt. 2009 waren es nur 640 Millionen.

Der Hauptgrund für die Rückkehr: Die Discounter Penny und Netto haben die Behälter für ihre Eigenmarken wieder ins Programm genommen. Um 40 Prozent stieg der Absatz so in den ersten neun Monaten dieses Jahres - auf 704,2 Millionen Stück.

Der Absatz von Getränkedosen war mit der Einführung des Dosenpfands in Deutschland zusammengebrochen. Nur 250 Millionen Stück verkaufte die Branche 2004, zwei Jahre zuvor waren es noch mehr als sechs Milliarden.

Heske ist deshalb besonders daran gelegen, der Dose ein positives Image zu geben. "Unschlagbare Argumente" sprächen für die Verpackung: Sie sei leicht, unzerbrechlich, einfach zu kühlen - und sehe gut aus. Außerdem sei die Dose inzwischen durch neue Technik umweltfreundlicher, verbrauche weniger Material und werde durch das Dosenpfand inzwischen zu 95 Prozent recycelt.

Hersteller subventionieren nach Ansicht der Kritiker die Dosen

Kritiker dagegen meinen, dass die Dosenhersteller ein weiteres Argument auf ihrer Seite haben: "Verpackungshersteller wie Ball subventionieren das Comeback der Bierdose", schreibt das Fachblatt "Getränke Inside". Das habe Penny und Netto davon überzeugt, die Dose wieder aufzunehmen. "Der Absatzerfolg bleibt bis heute überschaubar", urteilen die Experten.

Auch die Getränkehersteller sind zurückhaltend, zumindest offiziell. Coca-Cola etwa hat in Deutschland 2010 eine neue Cola-Dose eingeführt. Mit einem Viertelliter Inhalt ist sie kleiner als die übliche 0,33-Liter-Dose. Sie eigne sich aber nur für den Verkauf in Kühlern an der Kasse, sagte eine Sprecherin. Insgesamt verharre der Anteil der Dose bei Coca-Cola in Deutschland bei einem Prozent. Eine Rolle spiele sie aber weiterhin, weil die Dose bei einer "Kernverwenderschaft" Kultstatus genieße. Besonders betonte die Sprecherin den Mehrweganteil von 70 Prozent bei Coca-Cola.

Einen gut zweistelligen Zuwachs bei Dosen beobachtet die Warsteiner Brauerei - allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau, wie ein Sprecher berichtete. Der Anteil der Verpackung liege in Deutschland noch unter zwei Prozent. "Wenn sich Leute aber für Warsteiner entscheiden, weil es in der Dose angeboten wird, freuen wir uns sehr darüber", erklärte der Sprecher. Einige Verbraucher wünschten sich die Dose - anders als Bierflaschen aus Plastik, die nicht angenommen würden. Wichtiger sei die Verpackung für den Export in Länder ohne Pfand.

Handel meldet

zusätzliche Nachfrage

Der Handel sieht die Wiedereinführung positiv. "Penny ist mit der Nachfrage nach der Dose sehr zufrieden", sagte ein Sprecher des Mutterkonzerns Rewe. Auch Hans-Jürgen Steffen, Chef von Edeka Hessenring, berichtet von einem Verkaufsplus in den 350 Märkten, seitdem es wieder Eigenmarken in Dosen gibt. "Wir verzeichnen eine sehr ordentliche Absatzsteigerung von 69 Prozent", sagte er. Dazu trügen vor allem die eigenen Marken "Pils 29" und "Perlquell"-Limonaden bei. Dosen statt Einzelflaschen bedeuteten zudem weniger Aufwand mit Mehrwegsystemen, sagte der Handelsmanager. "Die Dose kehrt zurück", prophezeite Steffen. Ob ihm dabei auch Preisnachlässe der Abfüller helfen, wollte der Ball-Kunde nicht verraten.

Trotz des Einbruchs durch das Dosenpfand hat Ball in Deutschland keine Arbeitsplätze gestrichen. Die 1000 Beschäftigten in vier Werken und einem Entwicklungszentrum produzieren jetzt vor allem für den Export. "Der Exportmarkt ist stetig gewachsen", sagte Ball-Manager Heske. Er sieht die US-Firma in Deutschland als Marktführer, jede zweite Dose werde von Ball hergestellt. Für 2011 peilt Heske in Deutschland weiteres Wachstum an - auch mit Neuheiten wie einer wiederverschließbaren Dose. Zudem hofft die Branche mit offensiven Erfolgsmeldungen auf weitere Kunden. Lidl nehme Dosen immerhin schon zurück.

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  • Die Getränkedose war nie Tot ich als Allergiker freue mich das die Dose wieder in mehreren Läden Einzug gehalten hat,seid circa einem Jahr kaufe ich eben nur noch bei diesen Läden.
    Aus Sicht der Umwelt hat die Dose natürlich auch große Vorteile sie besteht aus Alu und kann zu 100% Wiederverwertet werden. (Glas nur zu 10%)

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