Getrennte Wege
Fusion von Pepsi und Nestlé scheitert

Der US-Getränkeriese Pepsico und der weltgrößte Nahrungsmittelproduzent, Nestlé aus der Schweiz, hatten über einen Zusammenschluss diskutiert. Doch aus der Fusion ist nichts geworden: Die süße Strategie des Limonadenherstellers passt nicht zu den „gesunden“ Lebensmittel der Schweizer.

DÜSSELDORF. Pepsico und Nestlé haben laut einem Zeitungsbericht im Frühjahr die Möglichkeiten einer Fusion zu einem dominierenden Getränke- und Nahrungsmittelmulti ausgelotet. Wie das „Wall Street Journal“ am Donnerstag unter Berufung auf Insider berichtete, scheiterten die Bemühungen aber letztlich an einer ganzen Reihe von Schwierigkeiten. Wäre es zu der Fusion gekommen, hätte Pepsico sein bislang schwerstes Geschütz im „War of Cola“ aufgefahren, den sich der Softdrinkproduzent seit Jahrzehnten mit seinem Rivalen Coca-Cola liefert.

Jedoch ist der von Nestlé-Chef Peter Brabeck-Letmathe eingeleitete Konzernumbau hin zu einem Hersteller ausschließlich „gesunder“ Lebensmittel offenbar nicht mit der derzeitigen Strategie von Pepsico zu vereinbaren gewesen. Der Limonadenproduzent vertraut seit Jahren zu Recht auch auf stetig steigende Erlöse aus seiner Snack-Sparte Frito-Lay. Zwar werden die Kartoffel-Chips inzwischen immer fettärmer produziert, doch passt das unveränderte Image von Pepsico als Hersteller zuckersüßer Softdrinks und fettiger Pausenfüller augenscheinlich nicht zu Brabecks striktem Gesundheitskurs. „Kein Kommentar“, hieß es zu den Presseberichten am Nestlé-Firmensitz im schweizerischen Vevey.

Wohin der Kurs bei Nestlé künftig führen soll, hat der Konzernchef aber durch die jüngsten Übernahmen eindrucksvoll demonstriert: Im April erwarben die Schweizer für 5,5 Mrd. Dollar (4,1 Mrd. Euro) den US-Babykosthersteller Gerber und erweiterten dadurch ihre Kindernahrungssparte, die bisher von der Marke Alete dominiert wurde. Schon im Jahr zuvor übernahm Nestlé den US-Diätspezialisten Jenny Craig für 600 Mill. Dollar und von dem Schweizer Pharmakonzern Novartis für 2,5 Mrd. Dollar die Sparte Medizinische Ernährung.

Mit dem Erwerb des Produzenten von Nahrung für intensivmedizinisch betreute Patienten ging Konzernchef Brabeck schon einen deutlichen Schritt weiter als alle anderen Mitbewerber, die das Thema Gesundheit ebenfalls für sich entdeckt haben. Zum einen folgen die Konzerne damit einem gesamtgesellschaftlichen Wellness-Trend, zum anderen reagieren sie auf zahlreiche Vorwürfe, sie wären für die steigende Anzahl fettleibiger Konsumenten jedweden Alters in der westlichen Hemisphäre verantwortlich.

Doch für ihre Shareholder zählt letztendlich nur ein Argument: Durch die Stärkung der Sparte Gesundheitsernährung will beispielsweise Nestlé die Ertragskraft deutlich steigern. Die Chance dazu stehen gut. Während die Verkäufe von Gesundheitsernährung, zu der auch Babykost zählt, derzeit jährlich um acht Prozent zulegen, wächst der übrige Lebensmittelmarkt nach Berechnungen des Finanzdienstleister Kepler Equities lediglich um ein bis zwei Prozent.

Entsprechend höher sind auch die Gewinnmargen: Während dem Nestlé-Konzern 2006 von seinem Gesamtumsatz 13,5 Prozent in der Firmenkasse blieb, schaffte die Sparte Gesundheitsernährung eine Marge von fast 17 Prozent. Gerber kam sogar auf 18 Prozent. Mittelfristig will Nestlé 20 Prozent erreichen.

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