Gewerkschaft lehnt Angebot ab
Flugzeugproduktion bei Boeing wegen Streiks eingestellt

Wegen des ersten Streiks seiner Mechaniker seit zehn Jahren hat der US-Luft- undRaumfahrtkonzern Boeing am Freitag seine gesamte Flugzeugproduktion gestoppt. Darauf reagierten die Aktien des Konzerns mit empfindlichen Einbußen.

HB NEW YORK. 86 Prozent der 18 500 Boeing-Mechaniker hätten sich für den Streik ausgesprochen, teilte der Verband der Mechaniker und Beschäftigten in der Luft- und Raumfahrt (IAM) auf seiner Internet-Seite mit. Vor den Werken im Bundesstaat Washington seien Streikposten positioniert worden. Zuvor hatten die Gewerkschaftsmitglieder ein neues Angebot von Boeing abgelehnt. Knackpunkte bei den Verhandlungen sind die Gesundheitsversorgung und Pensionszahlungen, über die bislang keine Einigung erzielt wurden.

In jüngster Zeit hatte der Konzern gegenüber seinem Erzrivalen, dem europäischen Flugzeughersteller Airbus, wieder leicht Boden gut machen können. Der Streik könnte sich nicht nur auf das Ergebnis von Boeing auswirken, sondern auch Airbus in die Hände spielen. Bei dem letzten zehnwöchigen Streik der Boeing-Mechaniker 1995 verzögerten sich die Auslieferungen und belasteten das Ergebnis des US-Konzerns.

Boeing-Sprecher Chaz Bickers zufolge wird der Konzern während des Streiks keine Flugzeuge bauen. Ursprünglich habe Boeing in diesem Jahr 320 Passagiermaschinen ausliefern wollen. Da die Fertigung nun eingestellt und die Zulieferungen reduziert worden seien, könne sich diese Zahl natürlich ändern. „Wir müssten wissen, wie lange der Streik dauert, bevor wir eine Aussage zu den Auslieferungen machen können“, sagte Bickers. Von dem Ausstand bei Boeing seien auch Zulieferer, wie zum Beispiel Goodrich betroffen, fügte er hinzu.

Boeing und die Gewerkschaft haben drei Monate über die Tarife verhandelt. Zuletzt bot Boeing seinen Mechanikern in den Werken Seattle in Washington und Portland in Oregon eine Gehaltserhöhung von 5,5 Prozent und eine monatliche Pensionszahlung von 66 Dollar je Jahr der Beschäftigung an. Zusätzlich sollten die Arbeiter eine Einmalzahlung und Boni von bis zu 15 400 Dollar erhalten. Die Gewerkschaft bezeichnete das Angebot von Boeing als „beleidigend“ und arbeitsplatzvernichtend. Sie forderte eine höhere Pensionszahlung und lehnte die Vorschläge zur Gesundheitsversorgung der Mitarbeiter ab. Damit würden die Kosten auf die Angestellten abgewälzt, erklärte sie.

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