Gewerkschaft wehrt sich gegen Verkauf der Gummisparte
Arbeitnehmer bohren bei Conti nach

Die Interessenten für Contis Gummisparte stehen Schlange: Gute Nachrichten sowohl für Continental als auch den Großaktionär Schaeffler, die unter hohen Schulden leiden. Doch die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat wollen den Verkauf an einen Finanzinvestor verhindern.

DÜSSELDORF. Die Gummisparte von Continental löst weitere Begehrlichkeit bei Finanzinvestoren aus. Neben den gestern gemeldeten Interessenten Kohlberg Kravis Roberts (KKR), Bain Capital und Allianz Capital Partners, dem Finanzarm des Versicherers, sondiert mindestens ein weiterer Marktteilnehmer das Feld, erfuhr das Handelsblatt aus Bankkreisen. Das könnte sich als Vorteil für Continental und dessen Großaktionär Schaeffler erweisen, da ein mögliches Bietergefecht den Preis treiben würde.

Beide Unternehmen leiden unter hohen Schulden. Conti muss Kredite von knapp elf Mrd. Euro für die Übernahme des Konkurrenten VDO tilgen. Schaeffler hat sich bei verschiedenen Banken 16 Mrd. Euro für den Conti-Deal gesichert. Allerdings wehren sich Arbeitnehmervertreter und Gewerkschafter in Contis Aufsichtsrat gegen einen Verkauf der Gummisparte an Finanzinvestoren. "Wir bevorzugen industrielle Partner", hieß es in Kreisen.

Gestern Abend stellte sich Conti-Chef Karl-Thomas Neumann den kritischen Fragen der Kontrolleure. Ursprünglich war die Telefonkonferenz angesetzt, um Zweifel an der Conti-Übernahme durch den Familienkonzern Schaeffler auszuräumen. Die Franken leiden unter der Finanzkrise, die auch den Conti-Kauf verteuern dürfte, und Produktionsrückgängen durch den Einbruch der Autonachfrage. Taxiert wird der Wert der Gummisparte auf sieben bis elf Mrd. Euro. Derzeit dürfte Conti einen solchen Preis aber kaum erlösen.

Bei den 60 000 Mitarbeitern der Gummisparte wachse nun die Sorge, am Ende bei einem aggressiven Finanzinvestor zu landen, heißt es in Unternehmenskreisen. Conti hatte sich im September in einen Autozulieferer und die Gummigruppe aufgespalten. Zur Gummisparte gehören ContiTech und die Reifensparten (PKW und LKW), die den traditionellen Kern des Konzerns ausmachen.

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