Gewerkschaften kündigen Proteste an
Arcelor baut 1 000 Stellen ab

Arcelor plant bis Ende 2006 den Abbau von knapp 1000 Arbeitsplätzen. Betroffen von den Streichungsplänen des weltgrößten Stahlkonzerns ist die Langstahlproduktion in Luxemburg. Die Produktivität dort sei nicht mehr wettbewerbsfähig, deshalb seien Restrukturierungen notwendig, begründete ein Arcelor-Sprecher am Dienstag in Luxemburg die Entscheidung.

HB LUXEMBURG. Die Arbeitsplätze in den sechs betroffenen Werken sollten sozialverträglich abgebaut werden. Gleichzeitig würden die Standorte wettbewerbsfähiger gemacht. An dem Standort Luxemburg - dem Sitz des Unternehmens - solle aber nicht gerüttelt werden, hieß es.

Nach Darstellung des Sprechers liegt die Produktivität pro Mitarbeiter in Luxemburg bei 719 Tonnen Stahl pro Jahr, am Thüringer Arcelor-Standort Unterwellenborn hingegen bei 1293 Tonnen. Die luxemburgischen Werke seien mit ähnlichen Produktionsstätten in Osteuropa, Spanien und Italien verglichen und für weniger wettbewerbsfähig befunden worden.

Zur Steigerung der Produktivität in den luxemburgischen Werken sollen bis Ende 2006 rund 170 Mill. € investiert werden. Im Bau sei zudem bereits eine neue Walzstraße in Belval für ebenfalls rund 170 Mill. €. Fraglich sei indes die Zukunft des unrentablen Flachstahl-Werks in Düdelingen mit 200 Mitarbeitern, sagte der Arcelor-Sprecher.

In einer internen Studie beklagte die Konzernführung die hohen Lohnkosten für Fertigprodukte in Luxemburg im Vergleich zu Standorten in Brasilien oder Osteuropa. Zu schaffen macht dem Stahlriesen zudem die negative Entwicklung des Schrottpreises und die Konkurrenz aus China mit den hohen Wachstumsraten dort sowie die hohen Transportkosten in Luxemburg.

Arcelor ist mit rund 7 500 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Großherzogtum Luxemburg. Die Gewerkschaften kündigten für die nächsten Wochen Protestaktionen und für den 14. Mai einen 24-stündigen Warnstreik an.

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