Gewinn 2005 deutlich gesteigert: Glaxo überrascht die Experten

Gewinn 2005 deutlich gesteigert
Glaxo überrascht die Experten

Einige Medikamente von Glaxo Smithkline verkaufen sich so gut, dass der britische Pharmahersteller seinen Gewinn im vergangenen Jahr stärker als von Analysten erwartet gesteigert hat. Für das neue Geschäftsjahr prognostizierte Europas größter Pharmakonzern weiteres Gewinnwachstum. Glaxo-Aktien legten an der Londoner Börse zeitweise um 1,6 Prozent auf 1467 Pence zu.

HB LONDON. Je Aktie sei der Gewinn auf 82,6 Pence gestiegen, teilte Glaxo am Mittwoch mit. Analysten hatten im Schnitt mit lediglich 81 Pence je Aktie gerechnet. Das Gewinnplus betrug 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz kletterte den Angaben nach um acht Prozent auf 21,66 Mrd. Pfund (knapp 32 Mrd. Euro) - vor allem dank starker Verkäufe des Asthma-Medikaments Advair. Für dieses Jahr stellte Konzernchef Jean-Pierre Garnier zu konstanten Wechselkursen einen Gewinnanstieg von zehn Prozent in Aussicht.

Konzernchef Garnier bekräftigte zudem frühere Aussagen, wonach sich Glaxo derzeit vor allem auf seine Pipeline an neuen Medikamenten konzentriere. Daneben werde sich das Unternehmen aber auch nach Gelegenheiten für Zukäufe umschauen. Damit schürte Garnier Spekulationen, Glaxo könnte für den Schweizer Biotechkonzern Serono oder für die Gesundheits- und Körperpflegesparte des US-Rivalen Pfizer bieten. „Wir schauen uns alles an“, sagte Garnier. „Wir werden sehen, ob es irgendetwas interessantes zu einem vernünftigen Preis gibt, womit wir unser Wachstum beschleunigen und unseren Aktionären deutlich sichtbare Vorteile bieten können“, ergänzte er.

Vergangene Woche hatte Reuters aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen erfahren, dass Glaxo die Gespräche über einen Kauf von Serono zu einem geringeren Preis wieder aufgenommen hat. Zuvor hatte eine Auktion, bei dem ein Preis von bis zu 15 Mrd. Dollar im Raum stand, keine Käufer angezogen. Branchenprimus Pfizer hatte zudem am Dienstag mitgeteilt, der Konzern erwäge den Verkauf seiner Gesundheits- und Körperpflegesparte, zu der auch das Mundwasser Listerine gehört. Auch die Briten sind in diesem Bereich aktiv.

Zulassung für Cervarix wird beantragt

Glaxo kündigte außerdem an, im nächsten Monat in Europa die Zulassung für den Impfstoff Cervarix gegen Gebärmutterhalskrebs zu beantragen. Cervarix gilt als einer der größten Hoffnungsträger des Konzerns. Bis Ende dieses Jahres soll auch in den USA die Marktzulassung beantragt werden. Der Zeitplan bei Cervarix ist nach Einschätzung von Branchenexperten besonders wichtig, da der US-Wettbewerber Merck & Co für sein Konkurrenzprodukt Gardasil bereits in den USA und auch in Europa die Zulassungsanträge gestellt hat. Daneben hat Glaxo mit dem Brustkrebsmittel Tykerb und dem Mittel gegen Blutkrankheiten Eltrombopag noch weitere vielversprechende Neuentwicklungen in der Hinterhand.

Analysten äußerten sich zu den Geschäftszahlen positiv. „Alles sehr solide. Die Ergebnisse waren etwas über dem Konsens“, sagte Mike Ward von Nomura Code. Auch die Erwartung von zehn Prozent Wachstum in diesem Jahr sei ziemlich solide, zudem biete die Entwicklung der Medikamenten-Pipeline ein positives Bild. Glaxo räumte allerdings auch ein, dass vorläufige Phase-III-Daten zu dem Schmerzmittel mit dem Codenamen 381 bei Osteoarthritis-Patienten nicht so ermutigend gewesen seien.

Der Konzern geht nach eigenen Angaben davon aus, dass es in diesem Jahr acht Produkte in die Phase III der klinischen Entwicklung schaffen werden. Üblicherweise müssen Medikamentenkandidaten drei Phasen der klinischen Erprobung am Menschen erfolgreich durchlaufen, bevor Zulassungsanträge bei den Arzneimittelbehörden gestellt werden können.

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