Gewinn bricht wegen Sonderbelastungen ein
Boeing-Bilanz ist getrübt

Im vierten Quartal des vergangenen Jahres hat der US-Flugzeugbauer Boeing einen Gewinneinbruch verzeichnet. Wie bereits erwartet belasteten die Kosten für die angekündigte Einstellung der 717-er-Reihe und ein Auftragstorno das Konzernergebnis.

HB NEW YORK. Der Gewinn sei auf 186 Mill. Dollar oder 23 Cent je Aktie (nicht nach GAAP) gesunken nach 1,13 Mrd. Dollar oder 1,40 Dollar je Aktie ein Jahr zuvor, teilte der Airbus-Rivale am Mittwoch mit. Der Umsatz kletterte auf 13,31 Mrd. Dollar von 13,16 Mrd. Dollar. Wie vom Unternehmen bereits angekündigt, verbuchte Boeing im Quartal 44 Cent je Aktie an Sonderbelastungen für die geplante Einstellung der Produktion des Kurzstrecken-Modells 717. Zudem habe ein stornierter Auftrag von der US-Luftwaffe für Tankflugzeuge erwartungsgemäß zu Buche geschlagen.

Im abgelaufenen Quartal profitierte Boeing, das auf dem Markt für Passagierflugzeuge die Vorherrschaft an den europäischen Konkurrenten Airbus abgegeben hat, den Angaben nach von einem außergewöhnlichen Gewinnbeitrag von zwölf Cent je Aktie. Der Betrag stehe im Zusammenhang mit einer Einigung in Steuerfragen.

Das Unternehmen ist im vergangenen Jahr mit Gesamtaufträgen für 272 Verkehrsflugzeuge weiter hinter Airbus mit 370 Maschinen zurück gefallen. Boeing hat im vergangenen Jahr 285 (2003: 281) Maschinen ausgeliefert. Die Gesellschaft will 2005 insgesamt 320 Maschinen ausliefern und 2006 insgesamt 375 bis 385 Flugzeuge. Dies hat Boeing am Mittwoch bekannt gegeben. Boeing verspricht sich viel von der neuen Boeing 787 für 200 bis 300 Passagiere. Airbus hat mit seiner geplanten neuen Maschine A350 auf die 787 gekontert.

Boeing steigerte den Jahresumsatz auf 52,5 Mrd. Dollar (40,4 Mrd Euro) erhöht gegenüber 50,3 Mrd. Dollar im Vorjahr. Der Boeing-Jahresgewinn legte auf 1,9 (Vorjahr:0,72) Mrd. Dollar zu oder 2,30 (0,89) Dollar je Aktie. Boeing setzte im vergangenen Jahr mit seiner Verkehrsflugzeugsparte nur noch 21 Mrd. Dollar um, minus sechs Prozent. Der operative Gewinn der Sparte schrumpfte im Gesamtjahr um 28 % auf 753 Mill. Dollar. Es fiel im Schlussquartal sogar ein operativer Verlust von 149 Mill. Dollar an gegenüber einem Gewinn von 471 Mill. in der entsprechenden Vorjahreszeit.

Die Rüstungssparte steuerte 30,5 Mrd. Dollar zum Gesamtumsatz bei, plus elf Prozent. Boeing profitierte vor allem von den F/A-22- und F/A-18-Kampfflugzeugprogrammen. Der operative Gewinn der Rüstungssparte legte massiv um 119 % auf 2,9 Mrd. Dollar zu. Konzernchef Harry Stonecipher hob Neuaufträge von mehr als 30 Mrd. Dollar für die Rüstungssparte hervor.

Boeing erwartet für das laufende Jahr einen Umsatz von 58 Mrd. Dollar. Die Lage im Verkehrsflugzeugmarkt stelle weitere Herausforderungen. Für 2006 sei mit steigenden Auslieferungen zu rechnen und 2007 mit weiteren Verbesserungen. Der Umsatz dürfte 2006 wegen der höheren Flugzeugauslieferungen und des starken Rüstungsgeschäfts auf 62 Mrd. Dollar bis 63 Mrd. Dollar steigen.

Für 2005 und 2006 prognostizierte das Unternehmen einen Gewinn im Rahmen der Analystenerwartungen. Im laufenden Jahr erwartet Boeing 2,40 bis 2,60 Dollar Gewinn je Aktie. Analysten hatten zuletzt mit 2,56 Dollar je Aktie gerechnet. 2006 rechnet Boeing mit einem Gewinn von 3,00 bis 3,20 Dollar je Aktie. Für das nächste Jahr erwarten Analysten durchschnittlich 3,06 Dollar Gewinn je Aktie.

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