Gewinn gesteigert – Erwartungen verfehlt
Rheinmetall leidet unter hoher Steuerlast

Zunehmende Bestellungen von Waffen und Munition haben den Gewinn des Düsseldorfer Rüstungs- und Autozulieferkonzerns Rheinmetall im ersten Halbjahr getrieben.

HB DÜSSELDORF. Gedämpft wurde das Gewinnwachstum im zweiten Quartal, allerdings von einer hohen Steuerlast, so dass das Unternehmen die Erwartungen der Analysten verfehlte. Auch im Gesamtjahr will Rheinmetall den Gewinn operativ und unter dem Strich zum Vorjahr steigern. Dann rechnet der Konzern mit einer Steuerlast auf dem Niveau des Vorjahres. 2006 hatte Rheinmetall bei 3,6 Milliarden Euro Umsatz einen Überschuss von 123 Millionen Euro erzielt.

Rheinmetall hat das Rüstungsgeschäft zuletzt durch Zukäufe ausgebaut und verwies im Quartalsbericht erneut auf die weltweit gestiegenen Ausgaben für Militärgerät. Der Konzern setzt unter anderem auf Aufträge für geschützte Fahrzeuge. Die Düsseldorfer bauen in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Konkurrenten Krauss-Maffei Wegmann den Schützenpanzer „Puma“.

Die Rüstungssparte erhöhte im ersten Halbjahr ihre Erlöse um 21 Prozent, während die Autozuliefersparte nur ein Plus von drei Prozent verbuchte. Insgesamt steigerte der Konzern den Umsatz um neun Prozent auf 1,88 Milliarden Euro. Während Rheinmetall damit auf dem Niveau der Schätzungen von Analysten lag, hatten sie mit einem höheren Überschuss gerechnet. Der stieg im Halbjahr um 24 Prozent auf 46 Millionen Euro statt wie erhofft auf mehr als 50 Millionen.

Dies drückte Händlern zufolge den Kurs der Aktie, die um mehr als zwei Prozent nachgab. Die Landesbank Baden-Württemberg verwies auf die hohe Steuerquote im zweiten Quartal, die das Ergebnis belastet habe. Von April bis Juni zahlte Rheinmetall 14 Millionen Euro Ertragsteuern, ein Jahr zuvor waren es nur sechs Millionen. „Das ist ein Quartalsphänomen, das sich nicht auf das Gesamtjahr hochrechnen lässt“, sagte ein Konzernsprecher. Die Steuerlast unterliege starken Schwankungen, etwa wenn in einem Quartal ein Standort mit einer hohen Steuerlast hohe Gewinne einfahre.

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