Gewinn gesteigert
Linde eilt von Rekord zu Rekord

Wolfgang Reitzle ist mit Linde weiter auf Rekordkurs. Der Dax-Konzern konnte den Gewinn im zweiten Quartal deutlich steigern. Auch der Blick aufs Gesamtjahr stimmt optimistisch.
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MünchenDer Industriegasespezialist Linde trotzt der Konjunkturabschwächung und bleibt mit Umsatz- und Ergebniszuwächsen auf Rekordkurs. "Durch unsere globale und ausgewogene Aufstellung können wir eine Nachfragezurückhaltung in einzelnen Märkten oder die Schwäche bestimmter Währungen gut kompensieren", sagte Konzernchef Wolfgang Reitzle am Freitag. Linde steigerte das operative Ergebnis im zweiten Quartal um 6,1 Prozent auf 847 Millionen Euro und traf damit die Schätzungen von Analysten.

In vielen Schwellenländern sowie in Nord- und Südamerika lief es für Linde rund. Allerdings blieb die Nachfrage nach Gasen für die Elektronikindustrie in Asien eher schwach, darüber hinaus dämpften Anlagenstillstände in Süd- und Ostasien das Geschäft. In Europa profitierte Linde von der Übernahme des kontinentaleuropäischen Homecare-Geschäfts vom amerikanischen Rivalen Air Products.

Für Konzernchef Reitzle ist das Geschäft mit medizinischem Sauerstoff und Dienstleistungen für Beatmungs- und Schlaftherapien ein zentrales Wachstumsfeld. Zu dem Ergebnisanstieg im abgelaufenen Quartal trug zudem ein Sparprogramm bei, mit dem Reitzle die Schlagkraft des Unternehmens erhöhen will.

Der Münchener Konzern, der unter anderem die Stahl- und Elektrobranche mit Sauerstoff und Stickstoff beliefert, setzte von April bis Juni insgesamt 3,67 Milliarden Euro um und damit 6,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Unter dem Strich blieb ein bereinigter Gewinn von 346 Millionen Euro - ein Plus von 6,5 Prozent.

Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Industriegasen nach der französischen Air Liquide will 2012 seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erhöhen und sein operatives Konzernergebnis steigern. Damit würde Linde die bisherigen Bestmarken des Jahres 2011 übertreffen. Im vergangenen Jahr stand ein operativer Gewinn von 3,21 Milliarden Euro und ein Umsatz von 13,79 Milliarden Euro in den Büchern.

Linde hatte kürzlich angekündigt, für umgerechnet rund 3,6 Milliarden Euro den US-Konzern Lincare zu übernahmen. Mit dem Zukauf will Linde im Geschäft mit Medizingasen und der Versorgung von Atemwegskranken zu Hause mit Sauerstoff und Inhalations- oder Schlaftherapien zum Marktführer aufsteigen.

Gelingt der Zukauf will Linde sein Mittelfristziel eines operativen Gewinns von mindstens vier Milliarden Euro schon 2013 und damit ein Jahr früher erreichen. Die für 2014 geplante Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von 14 Prozent soll dagegen erst 2015 und damit ein Jahr später erzielt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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